Letztes Update:
20210102013048
Foto: Gerald McInerney/dpa

19:05
05.06.2020
Die Hoffnung einiger schwedischer Wissenschaftler in der Corona-Krise lastet auf den Schultern des deutschen Alpakas Tyson: Ein Forschungsteam um Gerald McInerney vom Stockholmer Karolinska-Institut möchte mit Hilfe der von dem Tier gebildeten Antikörper eine Behandlungsmethode gegen das Coronavirus auf den Weg bringen. Es sei seit längerem bekannt, dass Alpakas und andere Kamelarten eine besondere Art von kleinen Antikörpern ausbilden könnten, sagt McInerney  der Deutschen Presse-Agentur. Man habe deshalb das auf einer deutschen Forschungsfarm lebende Tier mit Virusproteinen immunisiert, damit sein Körper diese winzigen Antikörper, sogenannte Nano-Antikörper, bilden könne. Diese habe man aus Tysons Blut isoliert und wolle sie nun in einem nächsten Schritt etwa bei Mäusen oder Hamstern testen. Wie es danach weitergehen könnte, ist noch unklar. Hoffnung gebe aber, dass diese Antikörper genau an demselben Teil des Virus andocke wie menschliche Antikörper, sagt McInerney. Die Forscher möchten mit den Antikörpern einmal bei der Behandlung von Corona-Erkrankten helfen. Sie könnten bei Menschen eingesetzt werden, bei denen das Coronavirus in einem frühen Stadium festgestellt werde.

Symbolbild: Jochen Lübke/dpa