Zuhause ist die anfängliche Freude darüber, dass sich die Kinder jetzt ausgiebig und regelmäßig die Hände waschen, nicht mehr ganz so groß. Das viele Waschen hat die Hände ziemlich ausgetrocknet. Sie sind rissig, selbst Handcreme hilft nicht mehr. In der Apotheke stellen wir fest, dass der Chef seine Mitarbeiter und sich besonders schützt: Er ließ sich eine Schutzwand aus Plexiglas anfertigen, hinter der die Mitarbeiter und er jetzt Medikamente ausgeben. Die Idee fand bei Kollegen und der Ärzteschaft in der Umgebung großen Anklang, berichtet der Chef. Auch sie lassen sich Schutzfenster anfertigen. Der Schutz sei nötig: „Wir haben 50 Prozent mehr Kundschaft“, sagt der Apotheker. Noch immer werde dabei stark nach Desinfektionsmittel gefragt, erzählt der Apotheker. Seit er das Mittel selbst herstellt, konnte er zahlreiche Kunden bedienen: „Aber die ersten 100 Stück waren an einem einzigen Tag weg“, berichtet er. Es sei sicher eine große Hilfe, dass Firmen wie die BASF jetzt mit kostenlosen Desinfektionsmittel-Lieferungen an Krankenhäuser helfen wollen. Dann werde es sicher wieder Nachschub für andere geben. Für die Kundschaft will die Apotheke jedenfalls ohne Abstriche weiterhin da sein. Auch in seiner Branche seien übrigens gerade Betrüger unterwegs: „Es kommen unglaublich viele Angebote, beispielsweise Atemschutzmasken. Da werden 10.000 Stück angeboten, natürlich nur gegen Vorkasse“, sagt der Apotheker. Zehn Tage nach Geldeingang werde dann die Ware versendet, hieß es in vielen Angeboten.
Genau wie derzeit viele Mitarbeiter systemrelevanter Berufe bitten auch die Apotheker alle Mitbürger, in diesen Zeiten zuhause zu bleiben und sich nicht zu verabreden. “Nur so kann die Ausbreitung des Virus eingeschränkt werden.“
Eva Baumgartner