Immer mehr Firmen machen sich derzeit Gedanken, wie es „nach Corona“ weitergeht. Manche Ideen stecken dabei noch in den Kinderschuhen, andere sind sehr weit fortgeschritten. Freunde und Familienangehörige berichten uns, dass es vor allem in großen Firmen viele Diskussionen über das Homeoffice gibt. In einer Sache sind sich dabei offenbar viele einig: Das Homeoffice klappt gut und sollte weitergeführt werden. Aus verschiedenen Gründen überlegen manche Firmen, eine Art Schreibtisch-Sharing einzuführen, also den Arbeitsplatz unter mehreren Kollegen zu teilen. Tageweise sitzen diese laut dem Konzept an ihren Präsenztagen im Büro, an anderen zuhause. Der Arbeitgeber spart so Kosten. Auch ein nötiger Anbau an das Firmengebäude, so berichtet ein Freund, werde so bei ihm wegfallen. Für ihn würde Schreibtisch-Sharing bedeuten, dass er seinen Schreibtisch abends immer aufräumen muss, sonst müsste der Kollege am nächsten Tag unter den vielen Unterlagen erst einmal die Tastatur suchen, gesteht er grinsend. Vor mein inneres Auge kommt ein anderes Bild - und bringt mich zum Schmunzeln. Denn vor allem Männer, so habe ich bisher beobachtet, schmücken ihren Tisch gern mit Fotos ihrer Liebsten (bei Frauen finden sich eher Bilder ihrer Kinder). Gibt es bei einem Schreibtisch-Sharing-Modell dann auch eine Art „Ehefrauen-Foto-Schublade“? Wenn Kollege A montags den Schreibtisch nutzt, würde er ja das Foto seiner Holden aus der Schublade ziehen. Kommt Kollege B am Dienstag, will er sicher nicht den ganzen Tag die Ehefrau von A anstarren. Genauso wird Kollege C am Mittwoch wenig Lust haben, Frau A und B zu betrachten. Zumindest im Idealfall. Möglicherweise freut sich Kollege C aber auch über die Bilder von den Damen A und B... Diese müssten die Herren A und B dann sicher vor Herrn C verschließen, beschließe ich grinsend. Sonst kommt der noch auf dumme Gedanken. Wie dem auch sei. Durch Corona scheint sich auch bei den Arbeitsmodellen was zu tun. Viele Dinge werden sich ändern. Es bleibt spannend.
Eva Baumgartner