Heute sind wir erneut in dem Möbelhaus, in dem wir bereits an Tag 34 waren. Florian hat sich zum Geburtstag einen Stuhl gewünscht, den wir heute abholen können. Doch vor Ort haben sich einige Dinge geändert. Nicht wie zuvor bleiben die Gäste im Auto sitzen und dürfen erst aussteigen, als die Ware neben das Fahrzeug gestellt wird. Inzwischen hat das Haus vielmehr eine lange Reihe zum Anstellen mit Flatterband abgesperrt, denn so können mehr Kunden abgefertigt werden als noch vor gut drei Wochen. Das hat zur Folge, dass zeitgleich rund 30 Personen anstehen müssen. Auf dem Boden gibt es Markierungen, die den Abstand zeigen, der einzuhalten ist. Leider ist der letzte Teil der Schlange, die um mehrere Kurven verläuft, nicht unter dem Vordach des Gebäudes. Mehrmals in der Stunde, die wir anstehen, werden die Menschen richtig nass, denn es schüttet in Strömen. Wir haben Glück und schaffen es gerade noch unter das Dach. Ein Mann vor uns hat ein ganz anderes Problem: „Ich habe zwei schlafende Kinder im Auto, kann ich zum Auto und mich dann wieder einreihen?“, fragt er. Klar, kann er. Eine Viertelstunde später kommt er mit zwei Kleinkindern zurück. Ein langer Schlaf war es nicht. „Ich hab gedacht, es ist wie beim letzten Mal, und wir müssen im Auto bleiben“, sagt er. Nach einer Weile sind wir dran und können unseren Wagen in Empfang nehmen. Frisch desinfiziert: „Erschrecken sie nicht, dass er so nass ist“, entschuldigt sich eine der vielen Angestellten, die im Dienst sind. Sie haben alle richtig viel zu tun, rennen hin und her, sind aber froh, dass sie arbeiten können - und bestens gelaunt.
Eva Baumgartner