Mit Kollegen kommen wir in diesen Zeiten sehr oft auf die Pandemie zu sprechen. Und wieder einmal sind es die Kinder und Jugendlichen, die ein großes Thema am Mittagstisch sind. Genauer gesagt: die Jugendlichen und die Liebe. Denn das Kribbeln im Bauch, Herzflattern, die erste große Liebe liegt schließlich bei vielen jungen Menschen seit rund eineinhalb Jahren Corona-bedingt auf Eis: keine Schule, keine Feste, einfach keine Möglichkeit, jemanden zu treffen oder näher kennenzulernen. Müssen wir uns deshalb Sorgen machen, weil dieser Lebensabschnitt fehlt? „Nein, das müssen wir nicht“, sagen meine Gesprächspartner vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, die ich am Folgetag auf das Thema anspreche. Freilich, die Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche der Menschen seien viel zu lange unterschätzt worden, vieles werde sich erst in Zukunft zeigen, erklären die Experten. Vor allem die Isolation und Einsamkeit mache den Menschen, jung oder alt, zu schaffen. Aber - und jetzt kommt die gute Nachricht: Um die (erste) Liebe müssen wir uns keine Sorgen machen. Das sagt sogar die Wissenschaft. Und irgendwie waren wir uns doch schon immer sicher: Wenn es einen Schlüssel gibt, um alle Probleme zu stemmen, dann muss es doch die Liebe sein. Nicht nur in Pandemie-Zeiten, sondern jeden Tag.
Eva Baumgartner