Letztes Update:
20220314160107

Tag 560

16:11
24.09.2021
Mit Kollegen kommen wir in diesen Zeiten sehr oft auf die Pandemie zu sprechen. Und wieder einmal sind es die Kinder und Jugendlichen, die ein großes Thema am Mittagstisch sind. Genauer gesagt: die Jugendlichen und die Liebe. Denn das Kribbeln im Bauch, Herzflattern, die erste große Liebe liegt schließlich bei vielen jungen Menschen seit rund eineinhalb Jahren Corona-bedingt auf Eis: keine Schule, keine Feste, einfach keine Möglichkeit, jemanden zu treffen oder näher kennenzulernen. Müssen wir uns deshalb Sorgen machen, weil dieser Lebensabschnitt fehlt? „Nein, das müssen wir nicht“, sagen meine Gesprächspartner vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, die ich am Folgetag auf das Thema anspreche. Freilich, die Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche der Menschen seien viel zu lange unterschätzt worden, vieles werde sich erst in Zukunft zeigen, erklären die Experten. Vor allem die Isolation und Einsamkeit mache den Menschen, jung oder alt, zu schaffen. Aber - und jetzt kommt die gute Nachricht: Um die (erste) Liebe müssen wir uns keine Sorgen machen. Das sagt sogar die Wissenschaft. Und irgendwie waren wir uns doch schon immer sicher: Wenn es einen Schlüssel gibt, um alle Probleme zu stemmen, dann muss es doch die Liebe sein. Nicht nur in Pandemie-Zeiten, sondern jeden Tag. 

Eva Baumgartner

Tag 559

14:45
23.09.2021
Die Pandemie eröffnet uns trotz aller negativen Auswirkungen auch ungeahnte Möglichkeiten, die eigene Zeit zu nutzen. Zum Beispiel neulich beim Kieferorthopäden: Unzählige Male haben wir hier an unseren freien Tagen im Wartezimmer auf den Nachwuchs gewartet. Diese Zeit, wir erinnern uns genau, verbrachten wir meist mit dem Lesen der Klatsch-Zeitschriften, die vor Corona in so vielen Wartezimmern auslagen. Seit Beginn der Pandemie ist es Eltern nun nicht mehr gestattet, in die Praxis zu kommen. Wenn es etwas zu besprechen gibt, erhalten wir einen Anruf aufs Handy oder die Ärztin kommt freundlich ans Autofenster, um eine Unterschrift abzuholen. Wir warten also seit Corona draußen – die ersten Male noch nichtstuend bei Wind und Wetter im Auto. Doch inzwischen sind wir besser vorbereitet: Wir gehen schnell einkaufen, erledigen Anrufe oder beobachten anerkennend den Vater, der im Auto neben uns schläft (mit dem ebenfalls schlafenden Dackel auf dem Bauch, der sich erstaunlich viele Zentimeter, aber offenbar entspannt im Atemrhythmus seines Herrchens auf- und abbewegt). Mitunter kramen wir auch Geschenkpapier, Schere und Klebestreifen aus der Handtasche, um – diesmal unter den neugierigen Augen der Familie, die auf der anderen Seite neben uns parkt – Präsente für die Geburtstagsfeier am Abend einzupacken. Freilich: Wir müssen zugeben, dass wir nicht mehr so gut über die Königshäuser dieser Welt informiert sind wie in Vor-Pandemie-Zeiten. Auch nicht über die neuesten Diäten oder Beziehungen der Hollywood-Stars. Doch so eine Zeit außerhalb des Wartezimmers hat durchaus auch seine guten Seiten – nicht nur für den Dackel, sondern auch für unsere To-do-Liste.

Eva Baumgartner

Tag 558

16:58
22.09.2021
Heute haben sich die Gesundheitsminister der Länder darauf geeinigt, Ungeimpften spätestens ab 1. November keinen Verdienstausfall mehr zu zahlen, wenn sie wegen einer Quarantäne nicht arbeiten können. Bislang wurde der Dienstausfall erstattet. Baden-Württemberg hat bereits damit begonnen, die Lohnfortzahlung zu beenden. Rheinland-Pfalz und Bremen starten damit ab 1. Oktober. 

Eva Baumgartner