Das Impfen geht bei uns endlich mit großen Schritten voran: Während mein Mann gestern Abend den zweiten Piks erhalten hat, ist heute sehr kurzfristig unsere Tochter an der Reihe. Sie ist seit fünf Wochen im Impfzentrum in der Prioritätsgruppe 3 registriert, hat aber noch immer keinerlei Rückmeldung erhalten. Nun bekommt sie den Piks wenige Tage nach unserer Anmeldung in einer Kinderarzt-Praxis. Wir wurden in den vergangenen Tagen und Wochen oft gefragt, ob wir unsere Kinder impfen lassen. Und tatsächlich haben wir lange darüber nachgedacht. Denn die Ständige Impfkommission will zwar laut eines Entwurfs, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, offenbar nur Impfungen für 12- bis 17-Jährige empfehlen, die Vorerkrankungen haben. Eine offizielle Stellungnahme dazu soll es heute noch geben. Zu Risiken und Nebenwirkungen sind in Deutschland aber offenbar vor allem die Eltern gefragt: „Lasst Ihr Eure Kinder impfen?“, hören wir in diesen Tagen ständig. Oder: „Wir wissen echt nicht, was wir machen sollen.“ Keine leichte Entscheidung. Denn sicher ist nur: Wir wissen noch immer nicht viel über diese Krankheit, die unser Leben seit eineinhalb Jahren verändert. Nebenwirkungen einer Impfung können sich noch Jahre später zeigen. Doch ebenso Nebenwirkungen einer Infektion. Wir haben uns mit unserer Tochter für eine Impfung entschieden. Und hoffen nun, dass es auch auf lange Sicht die richtige Entscheidung war.
Eva Baumgartner