Ohne Internet sind wir in diesen Zeiten fast völlig aufgeschmissen. Aus heiterem Himmel fliege ich gestern im Homeoffice mitten im Satz aus der Videokonferenz. Und nur mit einem Hotspot über das Smartphone bekomme ich überhaupt noch eine Verbindung zustande, um einen Beitrag für diesen Blog abzusetzen, dann ist es gänzlich aus: Auch das Telefon funktioniert nicht mehr. Wenig später erfahren wir von unserem Telekommunikations-Dienstleister, dass es in unserem gesamten Wohnort zu Problemen kommt - und es bis zu acht Stunden dauern kann, bis die Störung behoben ist. An Videokonferenzen ist nicht zu denken, denn auch der Hotspot ist völlig instabil und nicht zu gebrauchen. Stecker ziehen und andere Ideen am Router bringen ebenfalls nichts. Der Stresspegel steigt, die Laune sinkt. Doch während wir fast verzweifeln, weil wir nicht ordentlich arbeiten können, hat unser Nachwuchs ganz andere Probleme. Und steht plötzlich mit verzweifelten Blick vor uns. Mangels WLAN versucht unser Sohn dem fast toten Handy durch heftiges Wedeln wieder etwas Leben zuzufächeln. „Das Handy geht nicht mehr“, sagt er verzweifelt. „Ich kann meine Hausaufgaben nicht machen“, spricht er weiter. (Wobei wir uns nicht sicher sind, ob das sein größtes Problem in diesem Zusammenhang ist.) Ja, das gab es noch nie. Am Ende sind es zwar keine acht Stunden, aber es ist später Nachmittag, bis wir wieder an die Zivilisation angeschlossen sind. Und es ist vielleicht für alle mal ganz gut, am eigenen Leib zu erfahren, wie abhängig wir von der Technik sind - gerade in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling. Heute sind wir jedenfalls wieder online.
Eva Baumgartner