Heute Morgen zeigt das Thermometer minus 6 Grad. Für meine Kinder keine schöne Sache. Während unser Hund, ein wetterempfindliches Tier, mich entsetzt anstarrt, als ich ihn nach draußen bugsiere, müssen die Kinder einen ganzen Vormittag zittern. Denn mindestens dreimal während einer Schulstunde findet derzeit das sogenannte Stoßlüften statt: Reichlich kalte Luft, die gerade in der ersten Stunde ab halb Acht für unsanftes Aufwachen sorgt. Meine Kinder erklären mir täglich mit nicht ganz so freundlichen Ausdrücken, dass es im Klassenraum im Moment sehr, sehr frisch ist. Sie verwenden nur eben eine andere Sprache dafür, die aus vielen „krass“ besteht. Oder aus Vorsilben, die mit dem Buchstaben „A“ beginnen und praktisch jedem Wort vorangestellt werden können. Klassenkameraden haben sich schon Wolldecken mitgebracht, und alle sitzen eingemummelt im Unterricht, berichten sie mir mit sich überschlagender Stimme. Da beginne ich, laut nachzudenken: Wie melden sich die Schüler eigentlich, wenn die fast erfrorenen Hände nicht aus der Decke können? Was ist mit dem steinhart gefrorenen Pausenbrot, der Wasserflasche, die sicher zu Eis geworden ist? „Mensch, Mama!“, raunen mir die Kinder angesichts dieser Hirnaushänger zu. Aber letztlich müssen die Kinder selbst lachen. Sie wollen schließlich nur ihren Frust über die unbefriedigende Gesamtsituation kundtun. Und das dürfen sie auch. Schule ist in diesen Zeiten schließlich nicht einfach. Mein Ziel habe ich jedenfalls erreicht: Die Kinder zum Lachen zu bringen. Das kann man in diesen Tagen nicht oft genug!
Eva Baumgartner