Letztes Update:
20220314160107

Tag 179

14:22
08.09.2020
Durch den Corona-Abstand bekommen wir manchmal mehr Einblicke, als wir wollen. Weil in einer Arztpraxis die Stühle jetzt weiter auseinander stehen, gibt es nun auch im Flur Sitzgelegenheiten. Und genau dort befindet sich auch die Toilette, die von Frauen und Männern benutzt wird. Die Praxis ist modern eingerichtet, überall ist Glas. Auch alle Türen sind aus Milchglas, sogar die der - genau - Toilette. Angesichts dieses Türmaterials beschließen wir sofort, dass wir hier keinesfalls irgendwelche Geschäfte verrichten werden. Das Klo ist klein und stockdunkel, das sehen wir, als die Tür aufgeht. Der Lichtschalter muss deshalb betätigt werden, was die wenigen Besucher auch tun. Weil unser Sohn genau neben uns auf dem Stuhl sitzt, liegt das Klo direkt in unserem Blickfeld, obwohl wir uns redlich bemühen, nicht hinzuschauen. Dann riskieren wir einen Blick. Denn vielleicht sind auch wir eines Tages doch in der misslichen Lage, diesen Raum betreten zu müssen. Freilich sieht man nichts Genaues, doch man erkennt sehr wohl die Umrisse der Personen im Inneren. Es ist sogar erkennbar, ob der Benutzer steht oder sitzt. Und ob er seine Hände wäscht. Das ist eindeutig mehr, als wir sehen wollen. Wir sind sicher, dass bei diesem Gesamtbauwerk die Optik eine größere Rolle gespielt haben muss und die Nutzerfreundlichkeit eher eine untergeordnete Position hatte. Dann stellen wir fest, dass der Arzt diesen Punkt inzwischen auch selbst erkannt haben muss. Denn während unserer Wartezeit besucht er selbst das Klo. Er betätigt keinen Lichtschalter. Aus gutem Grund: Wir sehen jetzt nämlich gar nichts. 

Eva Baumgartner

Tag 178

15:29
07.09.2020
Schon oft haben wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten gewundert, wenn wir in Arztpraxen oder anderswo mehrmals unsere Hände waschen und desinfizieren mussten, um dann einen Kugelschreiber nehmen zu müssen, den vor uns vermutlich schon viele weitere Personen in der Hand hatten. Ein heutiger Arzttermin erinnerte uns an den Besuch eines Schuhgeschäftes: Am Tresen gab es zwei Behälter mit Kulis: einmal mit der Aufschrift „benutzt“, daneben „desinfiziert“. Wie bei den Probiersöckchen, dachten wir. Da gibt es meist auch zwei Behälter: den mit frischen Söckchen und den mit den gebrauchten. Obwohl wir uns auch da nie ganz sicher waren, wie frisch die neuen Exemplare sind...

Eva Baumgartner

Tag 177

14:57
06.09.2020
Heute hatte Sebastian ein Fußballspiel. Inzwischen haben wir schon einige Vereine besucht, und auch unser Verein hat schon ein paar Spiele ausgerichtet. Die Hygienekonzepte sind überall etwas unterschiedlich. Bei manchen gibt es auch schon ein Essensangebot gegen Spende (für die Mannschaftskasse). Auch wenn es hier und da mit dem Konzept noch nicht hundertprozentig klappt, es wird sich einspielen.

Eva Baumgartner