Wie an Tag 82 berichtet, konnte ich nach meiner Rückkehr ins Büro - nach langen Wochen im Homeoffice - nur mit viel Liebe und enormer Wasserzufuhr meine Yucca-Palme retten. Sie war nach wochenlanger Einsamkeit dermaßen ausgetrocknet, dass lange unklar war, ob die Palmlilie den „Corona-Durchhänger“ überleben würde. Die Wiederauferstehung glückte, und das Spargelgewächs reckt seine Blätter inzwischen wieder keck in die Höhe. Doch manche Homeofficler erleben auch am eigenen Leib, wie es ist, in lange verwaiste Büros zurückzukehren. So kochte ein Mannheimer, der nach Wochen wieder am Firmen-Schreibtisch saß, erstmal Kaffee. Bis die Kollegen eintrudelten, genehmigte er sich eine Tasse, gab vorher einen ordentlichen Schuss Milch hinein und nahm direkt einen großen Schluck. Das Problem? Der Milch war es zuvor wie unserer Palme ergangen: Sie hatte lange Wochen in völliger Einsamkeit verbracht. Und war dementsprechend nicht nur stinkig, sondern auch mächtig sauer. Ihr Ende nahte deshalb nicht nur kurz und schmerzlos, sondern auch ziemlich lieblos auf den Fliesen im Büroflur - in hohem Bogen ausgespuckt!
Eva Baumgartner