Heute haben wir also Tag 1, nachdem das öffentliche Leben so ziemlich
runtergefahren ist. Ein Samstag, der völlig anders ist, als unser normaler
Start ins Wochenende. Meine drei Jungs spielen alle in Fußballmannschaften.
Jeden Samstag stehen mein Mann und ich mit einem oder zwei von ihnen auf dem
Platz. Es heißt früh aufstehen, alles genau organisieren – und sich
bestenfalls vierteilen. Liv hat samstags nämlich auch noch Tanztraining,
bei ihr hat gerade die Wettkampfsaison begonnen. Alles abgeblasen. Heute -
und voraussichtlich die nächsten fünf Wochen - findet nichts in unseren
Vereinen statt. Alle Spiele, Turniere und Trainingseinheiten sind abgesagt.
Ein komischer Morgen. Florian schält sich ausgeschlafen gegen 9 Uhr aus dem
Bett – und legt sich im Schlafanzug erst mal aufs Sofa. Doch schnell zeigt
sich: Meine Jungs können nicht ohne Fußball. Julius schnappt sich seine
Tasche und geht mit zwei Schulkameraden kicken. Weil der Rest ebenfalls nach
kürzester Zeit den Lagerkoller bekommt, beschließen wir, eine Radtour zu
machen. Drei Stunden kurven wir durch die Felder. Alle sind glücklich. Aber
ziemlich hungrig!
Für den Rest des Wochenendes muss ich deshalb noch einkaufen, aber meine
Lust hält sich in Grenzen. Aber weil wir nicht gehamstert haben, müssen wir
noch ein paar Dinge fürs Abendessen und für morgen besorgen. Mein Mann geht
Getränke kaufen und kommt zufrieden zurück: „Alles noch da!“ Im Supermarkt
sieht es anders aus: Mehl und Nudeln sind schon wieder leer. Aber weil keine
Fußballspiele stattfinden, müssen wir dort auch keinen Kuchen von der
Elternschaft anbieten. Deshalb brauchen wir in nächster Zeit schon mal
einige Packungen Mehl weniger.
Gerade haben meine Jungs übrigens verstanden, dass sie mit Bild in die
Zeitung kommen. Florian ruft begeistert: „Sebi, komm, wir müssen uns hübsch
machen! Wir kommen in die Zeitung!“ Ich sage: „Müsst ihr nicht, ihr seid
schön genug!“ Aber sie stehen schon im Bad und bringen ihre Haare in Form.
Den Abend haben wir heute frei, obwohl es eigentlich anders geplant war. Der
Abschlussball von Liv wurde abgesagt. Schon gestern Abend haben die jungen
Leute die ganze Halle wieder leergeräumt. Den geplanten Friseurtermin
konnten wir gestern problemlos absagen. Die Friseurin hatte trotzdem genug
zu tun und wollte kein Ausfallhonorar von uns.
Fazit nach einem Tag: Ein Leben ohne Sport ist bei uns nicht möglich. Die
Bande muss an die frische Luft!
Eva Baumgartner