Letztes Update:
20200323165723

„De Lüüd sünd plietsch“

16:54
23.03.2020
Auch auf Plattdeutsch gibt es jetzt Verhaltenstipps, um eine Infektion mit dem Coronavirus zu vermeiden. Das Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen hat ein Plakat zum Selbstausdrucken in Farbe oder Schwarzweiß online gestellt. Darauf will ein reiselustiges Virus namens Kolle Corona möglichst viele Menschen heimsuchen. Doch: „De Lüüd sünd plietsch“, heißt es - die Leute sind pfiffig. Sie halten Abstand, sie waschen sich oft die Hände und bleiben zu Hause. So muss das Virus wieder verschwinden, und „keeneen vermisst Kolle“ (Keiner vermisst Kolle).

Das Plakat solle humorvoll, aber deutlich auf die schwierige Lage reagieren, sagte Christianne Nölting, Geschäftsführerin des Länderzentrums. Es wird von den norddeutschen Bundesländern gemeinsam getragen und soll die niederdeutsche Sprache pflegen und verbreiten.

Ebenfalls auf Plattdeutsch hat Komiker Otto Waalkes (71) den Menschen in seiner ostfriesischen Heimat Mut gemacht. Die „Emder Zeitung“ veröffentlichte am Montag eine Karikatur mit Ottos Markenzeichen, dem Elefanten. „Moi to huus bliem und'n lekke Tass Tee drinken. Dat is gesund. Dann geit de marl Tied ok gau vörbi“, schrieb Otto. Die hochdeutsche Übersetzung lieferte er gleich mit: „Schön zu Haus bleiben und 'ne leckere Tasse Tee trinken. Das ist gesund. Dann geht die schlechte Zeit auch schneller vorbei.“

doa

Abitur

16:25
23.03.2020
Zwei Hamburger Schüler haben angesichts der Corona-Pandemie eine Petition zur bundesweiten Absage der Abitur-Prüfungen gestartet. Stattdessen solle in diesem Jahr jede Schülerin und jeder Schüler deutschlandweit ein sogenanntes Durchschnittsabitur erhalten, heißt es in der unter anderem an Kanzlerin Angela Merkel gerichteten Petition.

Dabei soll ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse der vergangenen vier Halbjahre errechnet und als Abiturnote festgelegt werden. Die beim Internetportal "change.org" veröffentlichte Petition hatten bis Mittag gut 18.000 Unterstützer unterzeichnet. Aus Sicht der beiden Schüler sind Abiturprüfungen für die rund 350.000 betroffenen Schüler gesundheitlich, psychologisch und gesellschaftlich nicht tragbar. 

dpa

Keine Touristen mehr auf Norderney

15:29
23.03.2020
Das Coronavirus-bedingte Verbot von Touristen auf der Nordseeinsel Norderney ist vollständig durchgesetzt. Die letzten Feriengäste seien wie vorgesehen am Sonntag abgereist, sagte Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Ab Montag hätten deswegen Strafen verhängt werden können. „Dieses Risiko ist niemand eingegangen“, sagte Ulrichs. Auch die 26 auswärtigen Polizisten, die die Durchsetzung der Verfügung kontrollieren sollten, verließen Berichten von der Insel zufolge Norderney am Montag.

Die Ferieninsel ist selbst von mehreren Infektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 betroffen. In der Pandemie hatte der Landkreis Aurich verfügt, dass die Feriengäste nicht erst bis Mittwoch, sondern bis Sonntag abreisen müssen. Auf der größten ostfriesischen Insel Borkum, die zum Kreis Leer gehört, haben die Touristen bis Mittwoch Zeit mit der Rückreise.

Wegen der Infektionen dürfen auch die Bewohner von Norderney, Juist und Baltrum nur noch in Ausnahmefällen aufs Festland übersetzen. Dieses Verbot stoße bei den Insulanern auf Akzeptanz, aber auch auf Betroffenheit, sagte Ulrichs. „Im Augenblick muss man sich halt miteinander arrangieren.“ Die Menschen seien gewohnt, einander zu helfen. Als ein Problem nannte er viele verwaiste Baustellen auf Norderney. Auch die Handwerker dürften vom Festland nicht mehr auf die Insel.

Um Corona-Tests von Norderney möglichst schnell zur Auswertung zu bringen, halfen auch die Seenotretter aus. Der Seenotrettungskreuzer „Eugen“ transportierte die Proben an Land nach Norddeich, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte.

dpa