Das öffentliche Leben im Landkreis Aurich und in Ostfriesland steht still. Veranstaltungen fallen reihenweise aus, Rathäuser und Kliniken schränken Besuchszeiten ein, Schulen und Kitas machen ab Montag dicht und Krisenstäbe tagen in Dauersitzungen.
Die Conora- Pandemie ist endgültig in Ostfriesland angekommen – und sie resultiert in massiven Einschränkungen. Stündlich gibt es neue Zwischenstände aus dem Auricher Kreishaus, minütlich trudeln Veranstaltungsabsagen ein. Bereits am Donnerstag, 12.29 Uhr, ging der politische Betrieb in eine Zwangspause. Der Landkreis sagte bis nach Ostern alle politischen Sitzungen ab. Wichtige Entscheidungen zu Haushalten, reparaturbedürftigen Straßen oder neuen Fahrradwegen in Städten und Gemeinden: aufgeschoben. „Wir müssen alles tun, was präventiv möglich ist“, sagte Müller-Gummels anschließend im Gespräch mit dem Sonntagsblatt. Zwei Stunden später schloss sich Donnerstag die Stadt Aurich an. Um 16.06 Uhr dann die endgültige Entscheidung sämtlicher 24 kreisangehörigen Städte und Gemeinden: Bis auf Weiteres sind sämtliche Sitzungen abgesagt.
Einen Tag vorher, am Mittwoch, begann bereits der Veranstaltungsschwund. Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Auftritt von Atze Schröder oder dem Konzert von Stahlzeit in Aurich. Kleinere Veranstaltungen schlossen sich Donnerstag an, darunter der Aktionstag Obstbaumpflege beim EEZ in Aurich und die Aufführungen der Niederdeutschen Bühne in Wiesmoor. Ähnlich die Situation in den weiteren ostfriesischen Landkreisen und der Stadt Emden. Museen wie die Kunsthalle in Emden haben ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen. Die bisher ungebremste Ausbreitung des Conora-Virus fordert ihren Tribut.
Für die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern bedeuten die aktuelle Entwicklungen Überstunden. Krisenstä be tagen jeden Tag in mehrstündigen Sitzungen und analysieren die aktuelle Lage. „Wir arbeiten hier wirklich auf Anschlag“, sagte der Kreissprecher Rainer Müller-Gummels.
Besondere Regelungen gelten auch für die drei Kliniken in Emden, Aurich und Norden. Bürger sollen unter anderem ihre Besuche in den drei Krankenhäusern einschränken und auf die Nachmittagsstunden reduzieren. Auf den Intensivstationen ist der Besuch täglich nur noch zwischen 18 und 19 Uhr gestattet.
Peter Saathoff