„Guten Rutsch“. Damit verabschiedete sich ein Kollege vor nunmehr über fünf Wochen aus dem Büro. Fünf Wochen Home-Office, fünf Wochen Kommunikation mit den Kollegen über WhatsApp, Telefon. Telefon- und Videokonferenzen. Damals - in der „guten alten Zeit“, ist man fast geneigt zu sagen - konnte ich mir nicht vorstellen, wie sich das Leben in nur so kurzer Zeit verändert.
Dass es anders werden würde, na klar, das wusste jeder. Doch was macht diese Zeit mit uns? Sozialkontakte sind überwiegend auf technische Hilfe angewiesen. Der Urlaub fand in den eigenen vier Wänden statt. Zugegeben, so aufgeräumt war es schon lange nicht mehr. „Emden fährt runter“, lautete die Schlagzeile, die uns ins Home-Office begleitete. Da ich Wochenenddienst hatte, durfte ich noch bis Sonntagabend bleiben. Als die Arbeit getan war, schaute ich mich um, sah die verwaisten Arbeitsplätze der Kollegen und auf einmal war sie da: die Einsamkeit in Zeiten von Corona, frei nach Gabriel Garcia Márquez. Ein letzter Blick auf meinen Platz, ein Erinnerungsfoto und ab nach Hause. Ich vermisse euch, meinen Schreibtisch in der Redaktion und alle meine Kollegen.
Ute Lipperheide