Letztes Update:
20200418130010

Kurarbeitergeld

12:10
18.04.2020
Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil spricht sich für eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes aus. "Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeutet Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch. Miete und Rechnungen müssen ja weiterbezahlt werden. Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung", sagt der SPD-Politiker er im Gespräch der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Kurzarbeit gilt in Politik und Wirtschaft als probates Mittel für Unternehmen, um einige Wochen oder Monate der Flaute zu überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die Beschäftigten erhalten dann 60 Prozent - mit Kindern 67 Prozent - des Nettoverdienstausfalles. In einigen Branchen stocken die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aber nach tariflichen Vereinbarungen auf. 

dpa

Corona-Tagebuch

11:07
18.04.2020
Ich bin seit über einem Monat im Homeoffice. Als alleinlebende Person sind die Arbeitskollegen häufig auch wichtige Gesprächspartner. Und diese vermisse ich jetzt langsam doch erheblich, ebenso wie den morgendlichen Kaffee mit meinen Kolleginnen. Auch wenn ich mich vor Corona häufig über die nicht aufgeräumte Redaktionsküche und den nicht ausgeräumten Geschirrspüler beschwert hat – liebe Kolleginnen und Kollegen, wie gerne würde ich jetzt beides machen, aber es geht im Moment ja nicht...

Auch hatte ich vor Corona einen ganz anderen Eindruck von Homeoffice. Gemütlich mal zwischendurch Wäsche aufhängen, mit dem Staubsauger durch die Wohnung und so weiter. Doch nichts da. In den ersten Wochen habe ich mehr und intensiver gearbeitet als im Büro, aber auch bewegungsärmer. Dass hat mir dann auch mein Rücken zu verstehen gegeben. Nach 14 Tagen auf dem Sofa sitzend mit einem höhenverstellbaren Tisch, hatte ich solche Verspannungen, dass ich sogar eine Nacht auf dem Boden liegend verbringen musste. Inklusive eigener Rückenschule mit Dehn- und Streckübungen nachts um 3 Uhr. Jetzt habe ich zum Glück meinen Bürostuhl daheim, und zusammen mit einem anderen Tisch wird auch mein Rücken das Homeoffice überstehen.

Dennoch freue ich mich mit jedem Tag mehr auf die Rückkehr in die Redaktion und das große Wiedersehen mit den Kollegen. Vermutlich werden dann auch die ganzen Kuchenpaletten aufgefahren, die durch die noch nicht „abgefeierten“ Geburtstage in der Redaktion anstehen. Auch wenn es bedeutet noch mehr Kalorien zu sich zu nehmen. Denn durch die Schließung der Fitnessstudios ist auch das eigene Sportprogramm erheblich herunter gefahren worden. Bisher klappt es noch mit der Figur, aber der tägliche Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad fehlt ebenso sehr wie die Gänge zu Kollegen und zu den Terminen.

Als Alternative werden derzeit lange Radtouren in der Freizeit unternommen, auch damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt. Aber wenn es am Ende hilft, die Katastrophe abzumildern, dann gerne noch ein weiterer Monat im Homeoffice.

Heike Goyert