Letztes Update:
20200412144812

7788 Infektionen

14:47
12.04.2020
Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist am Ostersonntag auf 7788 gestiegen. Das waren 118 Infektionen mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung in Hannover mitteilte (Stand 13.00 Uhr). 12 mit dem Virus Sars-Cov-2 infizierte Patientinnen und Patienten starben seit Samstag, so dass die Gesamtzahl auf 202 Tote stieg (Stand 10.00 Uhr). In Kliniken wurden 890 mit dem Virus infizierte Patienten behandelt. 224 Patienten lagen auf Intensivstationen, 162 mussten beatmet werden. 3579 Menschen mit einer bestätigten Infektion gelten bereits wieder als genesen.

dpa

Hilfe der Bundeswehr

13:55
12.04.2020
Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat breite Unterstützung der Bundeswehr beim schrittweisen Ausstieg aus den Beschränkungen angeboten. "Wir haben sehr viele Köpfe, sehr viele Hände, die bereit sind zu helfen", sagt Kramp-Karrenbauer. "Es kommt jetzt darauf an, was die Länder von uns verlangen." Denkbar sei etwa der Einsatz in Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Soldaten könnten aber auch helfen, Einkäufe zu organisieren, wenn Menschen ihre Wohnung nicht verlassen könnten.

Neben einem eigenen "Corona-Kontingent" aus 15.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten dienten etwa 17.000 Frauen und Männer in den Sanitätseinrichtungen oder in Bundeswehr-Krankenhäusern, wo auch Zivilisten versorgt werden, sagte Kramp-Karrenbauer. Zudem hätten sich rund 16.000 Reservisten gemeldet.

dpa

Das EZ-Corona-Tagebuch

12:40
12.04.2020
Da steht es schon mal, das Regal. Nicht ganz wie vorher zwar, aber es ist trotzdem das alte geblieben, nur neu kombiniert. Dabei waren die Pläne andere. Etwas Neues sollte eigentlich her. Hätte die Wirtschaft unterstützt, gerade jetzt. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? (An dieser Stelle erschiene jetzt im Handy-Display das grübelnde Emoji). Hinter dem Regal ist die Wand neu gestrichen worden. Selbst gemacht natürlich. Richtig gut geworden, staune ich. Man darf sich auch mal selbst überraschen.

Nein, es ist nicht das Heimwerker-Fieber in Corona-Zeiten, das mich gepackt hat. In den Abendstunden habe ich mich in den Discounter geschlichen (nein, kein Baumarkt-Bummel), mir einen Farbeimer geschnappt, rasch noch Folien und ein Abrollgitter in einem menschenleeren Fachmarkt besorgt - und los ging’s. Die Decke hat auch einen neuen Anstrich erhalten. Hätte jemand von dieser Aktion einen Comic gezeichnet, wären die Bilder übersäht gewesen mit ganz viel „Stöhn!“ „Ächz!“. „Schnauf!“ „Prust!“ und „Keuch!“

 Wie gesagt: Mit Corona hat das geschäftige Treiben in jenem Zimmer wenig zu tun. Denn der Renovierungsplan liegt gewissermaßen schon seit einiger Zeit in der Schublade. Es musste jetzt einfach sein. Die Gelegenheit war günstig, Wochenende, freier Tag (nicht, dass jemand auf die Idee kommt, man könnte im Rahmen des Homeoffice mal eben eine Anstreichaktion einschieben). Und ein Kurzurlaub wäre momentan ohnehin nicht möglich.

So wird Freizeit auch zu nützlicher Arbeitszeit. Und wenn man es geschickt anstellt, sind die positiven Auswirkungen sogar noch nachhaltiger, als es ein kleiner Urlaub womöglich gewesen wäre (irgendwie muss ich mir das gerade schönreden). Nachhaltigkeit ist überhaupt das Stichwort an diesem Punkt. Mein Blick fällt auf das alte Regal, ein System, dessen erste Teile ich schon vor 40 Jahren zusammengefügt habe. Warum es weggeben? Es ist funktional, nicht hässlich. Und es steht dort oder an anderer Stelle gewiss auch dann noch, wenn Corona längst Geschichte ist.  

Axel Milkert