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"Waffenstillstand" in der Sahelzone wegen Corona-Virus

12:43
18.04.2020
Ein bedeutender Chef der Sahelzone, Ousmane Amirou Dicko, Emir des Königreichs Liptako, das sich zwischen Burkina, Mali und Niger erstreckt, rief am Samstag zu einem humanitären Waffenstillstand auf, um die Ausbreitung des Corona-Virus in einer von dschihadistischer Gewalt geplagten Region zu verhindern.

"Ich fordere alle Menschen guten Willens auf, auf den Liptako-Appell zu reagieren, damit die Feindseligkeiten im Dreiländereck (Burkina, Mali, Niger) aufhören und eine geschlossene Front der Geißel entgegentritt, die uns von allen Seiten angreift", schrieb der Emir in einem Text, "Liptako-Appell", der am 18. April übermittelt wurde.

"Während die Pandemie fortschreitet, müssen alle verfügbaren Energien vereint werden, um diese Geißel zu bekämpfen", betonte er.

Burkina Faso, Mali und Niger sind noch relativ unberührt von dem Virus. In Burkina gibt es 557 Fälle und 35 Todesfälle; in Niger 627 Fälle und 32 Todesfälle; in Mali 171 Fälle und 13 Todesfälle.

Die gesamte Sahelzone ist von dschihadistischer Gewalt bedroht, die oft in Konflikten zwischen den Gemeinschaften verflochten ist. Diese Gewalt hat nach Angaben der UNO im Jahr 2019 in Mali, Niger und Burkina Faso 4.000 Tote gefordert.

Cookinseln erklären sich zur coronafreien Zone

12:36
18.04.2020
Die Cookinseln im Südpazifik haben sich offiziell zu einem coronafreien Gebiet erklärt. Es seien keine Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bekannt, und alle 900 Tests seien bislang negativ ausgefallen, teilte das Büro von Premierminister Henry Puna mit.

Als die ersten Covid-19-Fälle im rund 3.000 Kilometer entfernten Neuseeland bekannt wurden, hatten die Cookinseln im März Ausgangsbeschränkungen angeordnet. Einige davon wurden nun gelockert.

So ist der Besuch von Gottesdiensten wieder erlaubt, ebenso Reisen zwischen der Hauptinsel Rarotonga, wo die Hauptstadt Avarua liegt, und anderen Inseln. Am Montag sollen die Schulen wieder öffnen. Die Menschen müssen aber weiter Abstandsregeln befolgen, Versammlungen mit mehr als zehn Personen bleiben verboten. Internationale Flüge bleiben eingeschränkt.

„Wir begrüßen diese gute Nachricht, müssen aber vorsichtig bleiben, denn das Virus ist weiterhin außerhalb unserer Grenzen unterwegs“, betonte Puna.

Die insgesamt rund 240 Quadratkilometer großen Cookinseln sind ein selbstverwalteter, mit Neuseeland assoziierter Staat aus 15 Atollen, auf denen zusammen weniger als 20.000 Menschen leben.

Christophe Langenbrink