Die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe führender Industrieländer wollen am Donnerstag in einer Videoschalte über den Kampf zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie beraten. Das Gespräch kommt unmittelbar nach US-Präsident Donald Trumps Frontalangriff gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es gehe bei der Videoschalte darum, die nationalen Corona-Strategien zu koordinieren, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses vorab.
Die US-Regierung hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz der G7-Gruppe inne, zu der auch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada und Japan gehören. Ein ursprünglich für Juni in den USA geplantes G7-Gipfeltreffen hatte Washington im vergangenen Monat wegen der Pandemie abgesagt. Damals hatte Trump seine Amtskollegen erstmals zu einer Videoschalte eingeladen. Diese sollen nun regelmäßiger stattfinden.
Bislang gab es im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie viele nationale Alleingänge, etwa die zuerst von der US-Regierung verhängten Einreisesperren für Reisende aus China und dann später dem europäischen Schengen-Raum. Die G7 verständigten sich aber zum Beispiel Anfang der Woche darauf, den ärmsten Ländern Schuldenerleichterungen zu gewähren. Damit soll den Staaten mehr Spielraum zur Verfügung stehen, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Auch China und die übrigen Staaten der G20-Gruppe haben dem Vorhaben inzwischen zugestimmt.