Nach Kritik an einem zu laschen Umgang mit der Corona-Pandemie in Weißrussland mahnt die Weltgesundheitsorganisation WHO strengere Maßnahmen an. Öffentliche Versammlungen mit vielen Menschen sollten verschoben werden, sagte der Leiter der WHO-Mission in dem Land, Patrick O'Connor, am Samstag in Minsk. Dazu gehörten auch Sport- und Kulturveranstaltungen. Die Ex-Sowjetrepublik gehört zu den wenigen Ländern, in denen noch Fußball vor großem Publikum gespielt wird.
„Jetzt ist es an der Zeit, die Anstrengungen zu verstärken“, sagte der WHO-Experte. Das zwischen Polen und Russland gelegene Land sollte etwa seine Notfallpläne aktivieren, damit Krankenhäuser auf hohe Patientenzahlen vorbereitet seien. Am Karsamstag gab es trotz der Pandemie viele Gottesdienste.
O'Connor sprach von einer besorgniserregenden Lage in Weißrussland. Nach offiziellen Zahlen vom Samstag wurden inzwischen mehr als 2.200 Corona-Fälle gemeldet. 22 Infizierte starben.