In Frankreich spitzt sich die Corona-Krise besonders in den Pflege- und Altersheimen zu. Der Verband öffentlicher Krankenhäuser pocht auf einen Notfallplan für die Einrichtungen. Verbandspräsident Frédéric Valletoux habe in einem Brief an den Gesundheitsminister Olivier Véran ein „entscheidendes Eingreifen“ gefordert, teilte der Verband am Donnerstag auf Twitter mit. Die Einrichtungen befänden sich in einer „Situation absoluter Not“. Der Verband warnt: „Das Risiko, dass ältere Menschen sterben, ohne dass ihnen die notwendige Pflege zuteil wird, (...) wächst.“
Die Todeszahlen in den französischen Alten- und Pflegeheimen sind alarmierend. Bis Dienstag starben dort offiziellen Angaben zufolge mehr als 3.200 Menschen - das ist fast ein Drittel der insgesamt mehr als 10.000 bisher verzeichneten Todesfälle im Land. Es müsse eine allgemeine Mobilisierung für Alten- und Pflegeheime sowie für sozialen Einrichtungen geben, hieß es weiter in dem Brief des Verbands. „Es ist immer noch möglich, das Schlimmste (...) zu vermeiden“, schrieb Valletoux. Doch es gebe gleichzeitig hohe Fehlzeiten beim Personal und einem dramatischen Anstieg des Pflegebedarfs.