"Wir werden noch dieses Jahr mit diesem Virus leben müssen und sollten nicht davon ausgehen, dass wir 2020 eine wirksame Therapie verfügen", so Dr Ulf Nehrbass, Generaldirektor des Luxembourg Institut of Health (LIH) und Sprecher jener Task Force, die wissenschaftliche Arbeiten der luxemburgischen Forschung zusammenträgt im Interview auf RTL. Der Fokus liege für die Forschung derzeit darauf, die Immunität innerhalb der Bevölkerung zu analysieren, um abzuschätzen, wann das Virus mangels Träger verschwinde.
1500 zufällig ausgewählte Einwohner des Landes werden dazu in nächster Zeit untersucht. Verfolge man dies Gruppe über einen längeren Zeitraum, könne man den Aufbau der Immunität verfolgen. Dazu brauche man aber auch zuverlässige Antikörper-Tests.
Der Anstieg der Infizierungszahlen in Luxemburg sei linear, es sieht für ihn demnach aus also, als ob die Maßnahmen wirkten: "Es wurde vom Ministerium und von der Bevölkerung eine hervorragende Arbeit geleistet. Es bleibt wichtig, die Infektionswelle zu verzögern, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten".
Der Aufbau der Immunität verzögere sich dadurch zwar, allerdings sei es wichtiger, nicht von einer stark ansteigenden Welle überrascht zu werden. "Die Disziplin in der Bevölkerung muss erhalten bleiben", so der Forscher. Wann man die Maßnehmen lockern könne, hänge vom Verlauf ab. Wann der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden könne ebenso.
Nehrbass stammt aus Rheinland-Pfalz und ist promovierter Forscher in molekularer Biologie und arbeitete unter anderem für die Uni Rockefeller in New York und baute für das Institut Pasteur in Korea ein Labor auf.