Letztes Update:
20200519144319

Turkmenistan erklärt „Coronavirus“ zum Unwort

18:48
31.03.2020
Das autoritär geführte Turkmenistan in Zentralasien will Medienberichten zufolge das Coronavirus aus dem täglichen Sprachgebrauch verdrängen - notfalls auch mit Staatsgewalt. Das Wort sei bereits aus Informationsbroschüren der Behörden über die Krankheit gestrichen worden, berichteten unabhängige lokale Medien in der Hauptstadt Aschchabad. Selbst wer die Pandemie in Privatgesprächen erwähne, könne festgenommen werden. Das passe laut "Reporter ohne Grenzen" ins Bild des autoritären Stils von Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow. Er hatte erst vor mehr als zehn Jahren Unterrichtsverbot für Mathematik und Fremdsprachen an Schulen aufgehoben.
Trotz der Weigerung, das Coronavirus zu erwähnen, ergreifen die Behörden Vorsichtsmaßnahmen. An Bahnhöfen und Bushaltestellen wird den Berichten zufolge die Temperatur gemessen. Offiziell habe sich niemand mit dem Virus infiziert, hieß es in den Berichten. Es gebe aber bereits erste Fälle. In Turkmenistan am Kaspischen Meer leben rund sechs Millionen Menschen. Das abgeschottete Land liegt an der Grenze zu dem vom Sars-CoV-2-Virus besonders stark betroffenen Iran.

dpa

Brasilien mobilisiert Militär gegen Corona

18:13
31.03.2020
Brasilien hat den Einsatz des Militärs erlaubt, um in der Covid-19-Pandemie die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und im Kampf gegen das Virus zu helfen. Das ordnete Justizminister Sérgio Moro am Dienstag per Erlass an. Die Maßnahme ist zunächst bis zum 28. Mai befristet und kann vom Justizministerium verlängert werden.
Dem Erlass zufolge kann das Militär unter anderem für die Sicherheit von Ärzten, Pflegern und Krankenhäusern eingesetzt werden. Zudem soll es bei der Verteilung von Medikamenten, medizinischen Geräten und Lebensmitteln sowie bei der Durchführung von Tests helfen. Auch bei der Sicherung von Häfen, Flughäfen, Bahnhöfen und zentralen Punkten sollten Soldaten eingesetzt werden. Außerdem, um Plünderungen und Vandalismus vorzubeugen.
Die Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien stieg bis Dienstag auf mehr als 4500, 165 Infizierte sind gestorben. Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta befürchtet, dass das Gesundheitssystem des größten und bevölkerungsreichsten Landes Lateinamerikas bis Ende April unter der Last von immer mehr Covid-19-Kranken zusammenbrechen könnte.

dpa