Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat im zweiten Pandemiesommer mehr Freiräume für junge Leute gefordert - auch nachts. "Das ist sehr, sehr einfallslos, was viele Städte und Kommunen da bisher auf die Reihe bekommen haben", sagte Hurrelmann der Deutschen Presse-Agentur. Noch deutlich mehr als andere Altersgruppen seien Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 22 Jahren am Ende ihrer Geduld. "Das ist eine Lebensphase, in der man raus muss, in der man sich erproben muss, Räume erobern."
Viele fühlten sich immer noch eingesperrt und hätten das Gefühl, gar nicht richtig leben zu können. Bei bis zu einem guten Drittel könnten deshalb Frust und Ohnmachtsgefühle auch in Randale und Aggressionen umschlagen. Hurrelmann regte an, Plätze für Aktivitäten freizugeben und vorher die Anwohner zu informieren. "Da lässt sich ja dann sagen: Nehmt Rücksicht auf die Jugend, sie hat auch Rücksicht auf euch genommen."