Dem wegen einer Affäre zurückgetretenen britischen Gesundheitsminister Matt Hancock droht weiteres Ungemach. Die oppositionelle Labour-Partei fordert eine Untersuchung der Kommunikation des 42-Jährigen, wie die Zeitung "Guardian" berichtet. Hancock soll nach Informationen der «Sunday Times» seit März 2020 eine private E-Mail-Adresse für dienstliche Belange genutzt haben. Damit habe er wichtige Informationen vor Mitarbeitern und der Öffentlichkeit geheim gehalten, so der Vorwurf.
Bereits seit längerem wird Hancock Vetternwirtschaft vorgeworfen. So hatte der Besitzer seines örtlichen Pubs einen Millionenauftrag für Schutzausrüstung erhalten, obwohl er keine Erfahrung in dem Gebiet hat. Zudem ist unklar, ob er seine Geliebte vor Beginn der Affäre oder erst danach auf Staatskosten eingestellt hat. Hancock war am Samstag zurückgetreten und hatte einen Verstoß gegen die Corona-Abstandsregeln eingeräumt, nachdem ein Video aufgetaucht war, das den verheirateten Minister knutschend mit einer ebenfalls liierten Mitarbeiterin in seinem Büro zeigt.