Terroristen versuchen einem Europol-Bericht zufolge, die Corona-Krise für ihre Zwecke auszunutzen. "Terroristen nutzen jede Gelegenheit, um demokratische Strukturen auszuhöhlen, Angst zu verbreiten und die Gesellschaft zu polarisieren", heißt es in dem Jahresbericht zu Terrorismus in der EU, den Europol in Den Haag vorlegte. Die Covid-19-Pandemie habe die politische Polarisierung verschärft. Die Intoleranz gegenüber politischen Gegnern habe zugenommen und mehr Personen würden verbal oder körperlich gewalttätig. Terroristen nutzten dies aus, um ihre gewalttätigen Ideologien zu verbreiten.
"Das Risiko der Radikalisierung online hat zugenommen", so EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Dies treffe vor allem auf rechtsextremen Terrorismus zu. Rechtsextremisten würden sich etwa Protesten gegen staatliche Corona-Maßnahmen anschließen. Sie würden auch zunehmend über Online-Foren oder Gaming-Portale jüngere und gut ausgebildete Anhänger gewinnen. Die größte Bedrohung in der EU geht laut dem Bericht allerdings von islamistischem Terrorismus aus.