Letztes Update:
20220127220332

19:19
29.04.2021
Der Autor und Philosoph Richard David Precht hat generelle Verweigerer der politisch verordneten Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert. Auf dem Digital- und Medienkongress "4Gamechangers" in Wien appellierte er zugleich an Pflichtbewusstsein und Gemeinsinn in der Gesellschaft. Precht betonte: "Ich rede über die Leute, die jetzt sagen: 'Der Staat hat mir nichts zu sagen. Das ist ein Eingriff in meine persönliche Freiheit, wenn mich jemand zwingt, eine Maske zu tragen'." Er zog einen Vergleich zur Verpflichtung, Steuern zu zahlen. "Es geht nicht darum, was ich persönlich über meinen Steuersatz denke, sondern es geht darum, dass ich meine Steuern zu zahlen habe." Das gelte für Corona-Maßnahmen genauso.
Precht führte weiter aus: "Mir fällt auch auf, dass Leute, die sich an die Maßnahmen nicht halten, selten Leute sind, die auf Intensivstationen arbeiten. Dass es auch keine Leute sind, die immer schon dadurch aufgefallen sind, dass sie sich besonders für das Gemeinwohl engagiert haben."

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18:52
29.04.2021
An der heutigen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Spahn und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, nahm auch der Intensivpfleger Ricardo Lange teil. Mit eindringlichen Worten beschrieb er die Lage in der Pandemie und kritisierte die Politik. "Die Intensivstationen sind voll. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum", so Lange. Wichtiger als Boni wären ihm bessere Arbeitsbedingungen. Bisher fehle ein schlüssiges Konzept, um Überlastung zu verhindern und Pflegekräfte zu unterstützen.Lange schilderte die hohe körperliche Belastung durch die Schutzausrüstung, aber auch die psychischen Herausforderungen: "In normalen Zeiten sterben die Patienten anders", sagte der Pfleger. Angehörige könnten die Kranken über längere Zeit begleiten. Nun sei nur noch ein letzter Besuch beim bevorstehenden Tod möglich. Das letzte Bild, das die Sterbenden sähen, seien Angehörige in kompletter Schutzmontur, es gebe keinen körperlichen Kontakt.
Pflegekräfte packten die Verstorbenen dann zum Infektionsschutz in schwarze Plastiksäcke. "Wir legen sie dort hinein und ziehen den Reißverschluss zu. Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage: Das macht was mit einem", sagte Lange. Man mache das nicht nur ein paar Mal, sondern unzählige Male. "Ich sehe natürlich nur die schweren Verläufe, ich sehe nur Menschen, die zum größten Teil daran versterben." Umgekehrt sei es aber genauso, betonte er: Wer nicht auf einer Intensivstation arbeite oder im Privatumfeld betroffen sei, sehe nur die leichten Verläufe und Menschen, die nicht erkranken. "Das wiederum heißt nicht, dass es die schweren Verläufe nicht gibt."

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