Letztes Update:
20220127220332

12:22
24.04.2021
Heute wurde auf der Seite allesdichtmachen.de ein Statement veröffentlicht. "Die Gruppe hat keinen 'Kopf' und keine gemeinsame Stimme", heißt es darin. "Das Projekt ist kollektiv entstanden, die Gruppe ist divers, die Meinungen gehen auch hier auseinander."
Nach heftiger Kritik und teils Zustimmung aus dem rechten Lager hatten sich im Laufe des gestrigen Tages einige Teilnehmer von ihren Beiträgen distanziert. Die Schauspielerin Ulrike Folkerts etwa bezeichnete ihre Beteiligung als Fehler. "Die Videos, die entstanden sind, wurden falsch verstanden, sind vielleicht falsch zu verstehen", schrieb die "Tatort"-Kommissarin am Abend auf Instagram. "Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kollegen*innen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert." Es tue ihr leid, "Menschen verletzt und vor den Kopf gestoßen zu haben". Am Samstagmittag waren auf der Seite und auf Youtube mehr als ein Dutzend der Videos nicht mehr zu sehen.

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12:12
24.04.2021
Ähnlich äußert sich der Daten- und Politikwissenschaftler Josef Holnburger. "Leider bedienen viele der Prominenten hämisch Narrative, welche Bestandteil vieler Verschwörungserzählungen sind", sagt er der dpa. "Etwa vermeintlich gleichgeschaltete Medien oder ein Kritikverbot an der Regierung. Es wundert mich deshalb nicht, dass der Applaus aus dieser Szene besonders laut ist."  
"Die vor allem polemisch dargestellte Kritik seitens der #allesdichtmachen-Aktion wird den öffentlichen Diskurs nicht versachlichen, sondern verschärfen", sagt Holnburger. "Verschwörungsideologische Narrative drohen durch solche Aktionen hoffähig gemacht zu werden." 

11:28
24.04.2021
Die Internetaktion #allesdichtmachen ist nach Ansicht von Kritikern mit Blick auf die öffentliche Meinungsbildung problematisch. Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Schauspieler Ulrich Matthes, sagt der dpa, er habe sich sehr gewundert über die Unterstellung in den meisten der Videos, es gäbe keinen Diskurs darüber, ob die Maßnahmen in der Pandemie berechtigt seien. 
"Dieser Diskurs wird seit einem Jahr medial geführt. Der wird im Bundestag geführt, den führen die Stammtische, den führen wir permanent alle", sagt Matthes. "Und die Kolleginnen und Kollegen beklagen mittels dieser vermeintlichen Satire, dass dieser Diskurs nicht stattfände und geben damit - und das ist meine Hauptkritik - indirekt Schützenhilfe für die Querdenkerszene und die AfD."

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