Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sieht keine Notwendigkeit dafür, im Grundgesetz die Möglichkeit eines befristeten Ausnahmezustandes einzuführen. Er widersprach damit der Forderung des früheren Bundesinnenministers Thomas de Maizière (CDU). Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte Maier, mehr Zentralismus sei der falsche Ansatz. "Es ist besser, an der Weiterentwicklung föderaler Strukturen zu arbeiten, anstatt diese in Frage zu stellen."
Maier hatte in der Vergangenheit wiederholt für einen Bund-Länder-Krisenstab geworben, der in der Corona-Krise die Konferenzen der Regierungschefs vorbereitet. De Maizière hält hingegen "die Regelung eines Ausnahmezustandes für Deutschland" für unerlässlich. Die gegenwärtigen Entscheidungsverfahren - zum Beispiel über die Ministerpräsidentenkonferenz - verlangten in Krisensituationen zu viel Zeit, sagte der CDU-Politiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.