Enge Wohnungen, mehr Stress mit den Kindern und lange verdrängte Probleme: Das
Müttergenesungswerk beobachtet 2022 einen Ansturm auf Kuren und Beratungen für Mütter und Väter, bei denen der
Stress der Pandemie-Zeit tiefe Spuren hinterlassen hat. Anlässlich des kommenden Muttertags (8. Mai) sprach Geschäftsführerin Yvonne Bovermann von einem
hohen Ausmaß der Erschöpfung, das in den Kurkliniken deutlich werde. "Wir merken seit Jahresbeginn und bis heute, dass der Ansturm auf die Beratungsstellen und auf die Klinikplätze enorm ist", sagt sie der
Deutschen Presse-Agentur."Wir haben letztes und vorletztes Jahr wegen der Pandemie stark verringerte Zahlen gehabt", berichtet sie. Das Müttergenesungswerk stellt im Normalfall rund 50.000 Kurplätze pro Jahr bereit. Nun höre sie von den Expertinnen vor Ort, dass die Zahlen jetzt über denen von 2019/20 - also vor Corona - lägen, sagt Bovermann. "
Berichtet wird über eine Zunahme von 30 Prozent, und damit über das hinaus, was rein durch Corona verringert wurde." Viele Eltern hätten trotz des Drucks etwa durch Homeoffice, Corona-Ausgangsbeschränkungen und Schulausfälle aus Vorsicht und wegen der Reise-Risiken mit ihren Kuranträgen gewartet. Deshalb gebe es einen Nachholbedarf. Doch das alleine erkläre den Ansturm nicht. "Wir merken auch, dass die Not größer ist."