Der FDP-Wirtschaftspolitiker Gerald Ullrich wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vor, mit seinen Aussagen zur Impfpflicht Pflegekräfte aus anderen Bundesländern nach Bayern locken zu wollen. "Wenn Bayern die einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht umsetzen will, hat das weitreichende Folgen für angrenzende Bundesländer wie Thüringen", sagt Ullrich der dpa. "Söders Alleingang könnte zur Folge haben, dass Pflegekräfte künftig nach Bayern pendeln oder abwandern, wenn sie in ihrem Bundesland nicht arbeiten können."
Nur länderübergreifende Lösungen ergäben Sinn, betonte Ullrich. Söders Manöver dagegen könne "ein bayerisches Konjunkturprogramm für Pflegekräfte" werden. CSU-Chef Söder hatte angekündigt, den Vollzug der ab Mitte März greifenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht auszusetzen. Sie sei in der jetzigen Form nicht umsetzbar, der Bund müsse nachbessern, so Söder. Dafür sieht er sich seither scharfer Kritik ausgesetzt.