Das Disziplinarverfahren gegen den Landrat Hartmut Handschak wegen Verdachts des Verstoßes gegen die vorgegebene Impfreihenfolge ist eingestellt worden. Der Vorwurf habe sich nicht erwiesen, teilte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit. Nähere Angaben machte die Behörde dazu nicht. Der parteilose Landrat des Saalekreises hatte nach bisherigen Angaben des Kreises am 31. Dezember 2020 eine Spritze erhalten - kurz nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne. Zum damaligen Zeitpunkt war der Impfstoff knapp, es galt eine vom Bund festgelegte Priorisierung, vor allem für Ältere. Das Disziplinarverfahren war im Februar dieses Jahres eingeleitet worden.
Der Landrat, Jahrgang 1961, hatte seine Impfung in einem Zeitungsinterview damit begründet, er sei zu einem Beratungstermin in einer Klinik gewesen, die bereits damit begonnen hatte, ihre Beschäftigten zu impfen. Dabei sei eine Dosis übrig geblieben, für die es weder impfwillige Beschäftigte noch geeignete Patienten gegeben habe. Deshalb habe er das "Impfangebot" angenommen. Handschak räumte später ein, er würde so nicht mehr handeln.