Die Schulen bleiben auf jeden Fall offen, wird die Politik nicht müde zu betonen. Dass das in diesem zweiten Pandemie-Herbst und -Winter funktionieren könnte, sagen auch Experten. Allerdings müssen dafür Bedingungen erfüllt werden, auf die die Jüngsten oft wenig oder keinen Einfluss haben. Stichwort Impfen: Die Impfung von Erwachsenen sei für den Verlauf der vierten Welle entscheidend, so der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), Tobias Tenenbaum, in Berlin. "Kinder haben das Pandemiegeschehen zu keiner Zeit so beeinflusst wie die Erwachsenen." So bewertet auch Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin die Situation. "Dieses 'Ich warte lieber mit der Impfung noch ab' kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das ist grob unsolidarisches Verhalten", sagt Ulrichs der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfung sei nicht irgendwann fällig. Man brauche jetzt möglichst viele geimpfte Erwachsene, um diejenigen zu schützen, die sich - wie Kinder unter 12 Jahren - nicht impfen lassen können.