Das Bundeskabinett hat den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Vorschlag für neue Indikatoren zur Bewertung der Corona-Lage auf den Weg gebracht. "Wesentlicher Maßstab" für zu ergreifende Schutzmaßnahmen soll demnach insbesondere die Zahl der in regionalen Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sein, wie aus dem heute vom Kabinett im Umlaufverfahren beschlossenen Formulierungsvorschlag hervorgeht. Wann kritische Schwellen erreicht sind, sollen die Länder festlegen.
Spahn sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Je weniger Menschen wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen, desto mehr Freiheit ist möglich." An diesem Leitsatz sollten die Länder künftig ihre Pandemiepolitik ausrichten. "Bei hoher Impfquote wird die Inzidenz nicht überflüssig, aber sie verliert an Aussagekraft."
Im Divi-Register-Tagesreport vom Montag wurden 1068 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 522 davon mussten beatmet werden. Am 30. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 245 gelegen (131 beatmet), erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1000 gestiegen. Anders als im Vorjahr sind nicht mehr vor allem Senioren betroffen, sondern auch viele jüngere Menschen. Zumeist sind von schweren Verläufen und Todesfällen Ungeimpfte betroffen.