1. Mai 2020 Auf dem Zittauer Rathaus weht aus gutem Grund die Flagge Europas...
Nur wenige Tage bieten so verschiedene Anlässe und vor allem Gruppierungen aller Art, die versuchen die Deutungshoheit und mediale Aufmerksamkeit zu erringen. Auf dem Zittauer Markt lamentierte einer der unbekanntesten Parteivorsitzenden und blieb mit seinen blauen Anhängern unter sich, am Herkulesbrunnen postulierte die angeblich entgegengesetzte Parteirichtung nicht ganz so weit entfernte Thesen aber immerhin in traditionellem Rot.
Viel wichtiger: Verschiedene Bürger/-innen ohne politische Zuordnung demonstrierten per Menschenkette gegen die Maßnahmen zur Corona-Prävention.
Auch wenn ich mich weder dienstlich noch privat irgendwo zugehörig oder gar verantwortlich fühle, machen mir die bislang meist eher unpolitischen Menschen, die unter den Auswirkungen der Corona-Präventionen zu leiden haben, am meisten Sorgen. Das was ich bislang an Gesprächen hatte, scheiterte aufgrund der nicht vorhandenen Übereinstimmung, ob Corona überhaupt eine Bedrohung darstellt. Für mich werden zu viele Dinge durcheinander gemischt und immer wenn irgendwo das Schlagwort "Willkür" ins Spiel kommt, bin ich ziemlich verblüfft, wie Menschen, die das definitiv besser wissen, behaupten können, dass irgendwo "die da oben" quasi im Alleingang und einfach so unser aller Leben nicht nur einschränken sondern wirtschaftlich, kulturell, bildungsseitig und damit auch für die Zukunft gefährden. Die behaupteten Motivationen, die dem dann noch zugeschrieben werden, die spare ich mir lieber.
Mitten am familiären Frühstückstisch erreichte mich die spontane Einladung von Hejtman @Martin Martin Půta der uns Nachbarn zu einem spontanen Picknick am Dreiländerpunkt mit Wojciech Błasiak (BM Bogatynia.pl Josef Horinka (BM Hrádek nad Nisou Artur Bielinski (Landrat Powiat Zgorzelecki Stephan Meyer (MdL) und ein paar anderen Freunden wie Hedvika Zimmermannová bat. Heute ist der Tag des EU-Beitritts unserer Nachbarn, den wir vor einem Jahr noch groß feierten und eigentlich etwa um die Jahreszeit jedes Jahr mit unserem Städteverbund Malý trojúhelník - Kleines Dreieck - Mały Trójkąt begehen. Exakt Punkt zwölf gab es dann auch in der erfrischend kühlen Neisse böhmischen Sekt - die Zeit als 2004 die Grenzbrücken damals geöffnet wurden. Wie schön, dass auch die schwer bewaffneten Kollegen der polnischen Armee, plötzlich nicht mehr ganz so deutlich wahrnehmbar waren und wir uns weiter einig sind - bei aller Prävention - diese Grenzen müssen so schnell wie möglich wieder offen sein!