Letztes Update:
20220228230020

Corona lässt Schwarzarbeit blühen

09:07
27.05.2020
Schwarzarbeit in Deutschland dürfte wegen der Corona-Pandemie nach Einschätzung von Experten bis Ende des Jahres deutlich zunehmen. Der Ökonom Friedrich Schneider, der mit dem Institut für angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen regelmäßig eine Prognose abgibt, rechnet in diesem Jahr mit Schwarzarbeit im Umfang von rund 344 Milliarden Euro, wie die ”Augsburger Allgemeine“ (Mittwoch) berichtet. Im Februar seien die Experten noch von 322 Milliarden Euro ausgegangen.
Bricht das Wirtschaftswachstum dieses Jahr um sieben Prozent ein - wovon etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) ausgeht - steige Schwarzarbeit nach Schneiders Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Sie erreiche dann einen Anteil von knapp 10,5 Prozent an der Wirtschaftsleistung.

Seit 2003 sei Schattenwirtschaft in Deutschland jährlich zurückgegangen - außer 2009 während der Finanzkrise. Schneider erklärt dies so: Wenn die Lage am Arbeitsmarkt gut sei, Mitarbeiter händeringend gesucht würden und die Wirtschaft wachse, sinke die Schwarzarbeit. ”Aktuell ist die Wirtschaft eingebrochen, und die Leute versuchen, sich neben der Kurzarbeit etwas dazuzuverdienen oder wenn sie arbeitslos sind, ihr Einkommen aufzubessern.“

Thomas Eigenthaler, Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, warnte dem Bericht zufolge vor dem Schaden für den Staat. ”Die ökonomische Not erhöht vielleicht bei Manchem die Neigung, bei der Steuer nicht ehrlich zu sein“, sagte er der ”Augsburger Allgemeinen“. In den zuständigen Behörden seien Tausende Stellen unbesetzt: ”Wenn die Kontrollen wegfallen, wird die Verlockung, nicht ganz ehrlich zu sein, vielleicht noch größer.“

dpa

In diesem Liveblog verwenden wir sogenannte „Social Plugins“ von Facebook, Twitter, YouTube und Instagram. Zum Schutz Ihrer Daten setzen wir eine Zwei-Klick-Lösung ein, bei der alle Inhalte standardmäßig deaktiviert sind. Erst wenn Sie die Inhalte durch Klick auf den Button aktivieren und damit Ihre Zustimmung zur Kommunikation mit Facebook, Twitter, YouTube und Instagram erklären, werden die eingebetteten Inhalte von den Servern der Sozialen Netzwerke geladen. Wenn Sie die Inhalte aktivieren, dann speichern wir diese Auswahl dauerhaft in einem Cookie, sodass die Inhalte beim nächsten mal direkt und ohne erneute Zustimmung geladen werden.
Datenschutzerklärung
Inhalte aktivieren