Der Sportartikelhersteller Adidas spürt derzeit in Europa noch keine Auswirkungen durch die Krise nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus. "Wir sehen derzeit keine signifikanten Einflüsse", sagte Adidas-Vorstandsvorsitzender Kaspar Rorsted am Mittwoch bei der Bilanz-Pressekonferenz seines Unternehmens. Die Veranstaltung konnte wegen der Furcht vor einer Ansteckungsgefahr nur als Webcast stattfinden.
Adidas rechnet nach Angaben Rorsteds im wichtigen China-Geschäft mit einem Umsatzeinbruch in Höhe von 800 Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem Höhepunkt der Krise in China seien 85 Prozent der Läden in China geschlossen geblieben, andere hätten nur mit reduzierten Geschäftszeiten verkauft. Einen Aufholeffekt in den nächsten Wochen erwartet Rorsted in China nicht.
Als Konsequenz aus der Situation habe Adidas beschlossen, das China-Geschäft, das 2019 rund 23 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte, vorübergehend gesondert zu betrachten und sich dort weitgehend der Krisenbewältigung zu widmen. In den anderen Regionen der Welt werde weiterhin die Wachstumsstrategie verfolgt. Es seien keine Personalkürzungen geplant. Die Lieferketten von China in andere Märkte seien nicht mehr betroffen. In China sind nach Rorsteds Worten 19 Prozent der Adidas-Fertigung angesiedelt.