Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) gibt eine erste Einschätzung, wie sich Covid19 auf die Branche auswirkt. Die Berliner fordern dazu auf, die aktuelle Situation nicht mit der Finanzmarktkrise 2008/2009 zu vergleichen. Laut dem Verband sei das "überzogen und nicht sachgerecht". Damals habe es innerhalb kurzer Zeit erhebliche Einbußen gegeben (-7 Prozent). "Der Werbemarkt im Jahr 2020 ist ein anderer (deutlich digitaler und dynamischer); auch die wirtschaftliche Situation Deutschlands 2019/2020 eine andere."
Eine Prognose will der ZAW zu diesem Zeitpunkt nicht wagen. Der Verband spricht von "punktuellen Auswirkungen". Wie in jeder anderen Branche nehme auch in der Werbewirtschaft aktuell das Homeoffice zu und Reisen werden zurückgefahren.
Direkt sei dagegen der Sektor der Live-Kommunikation betroffen, da so viele Events entfallen. Auch internationale Produktionen würden teilweise verlegt oder ausgesetzt.
Bei Werbungtreibenden aus den Branchen Tourismus und Gastgewerbe könne es zu Reaktionen kommen – die Kommunikation wird angepasst oder möglicherweise verändert. "Nach unseren Recherchen sehen große werbende Unternehmen derzeit aber keinen Anlass, Änderungen oder gar Stornierungen anlässlich von Covid19 bezüglich ihrer werblichen Kommunikation vorzunehmen, dies wird von großen Medienhäusern/Vermarktern bestätigt", so der ZAW.
"Die derzeitige Situation ist mit ‚business as usual‘ ganz überwiegend richtig beschrieben. Sollten Großereignisse wie die Fußball-EM und die Olympischen Spiele in Tokio abgesagt werden, ist die Lage neu zu bewerten", schreibt der Verband weiter.
ZAW-Präsident Andreas F. Schubert fordert zur Besonnenheit auf: "Die Werbewirtschaft ist eine kreative und hochdynamische Branche, die in der Lage ist, sich schnell an veränderte Gegebenheiten anzupassen. Jeder Marketingexperte wiederum weiß, dass Markenpflege Langfristprojekte sind, die nicht durch falschen Aktionismus aufs Spiel gesetzt dürfen."