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Land plant weitere Hilfspaket für Wirtschaft

11:22
11.05.2020
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will wegen der Corona-Krise ein weiteres Hilfspaket für die Südwestwirtschaft schnüren. Das geht aus einem Schreiben hervor, den Kretschmann am Samstag an die Kabinettsmitglieder geschickt hatte und über den am Montag mehrere Zeitungen im Südwesten berichtet hatten. "Wir müssen mit einem wirtschaftlichen Einschnitt rechnen, der tiefer geht als der nach der globalen Finanzmarktkrise 2008", hieß es darin. Er sehe die dringende Notwendigkeit eines stringenten und wirkungsvollen Pakets für Baden-Württemberg, um in einer zweiten Phase weiter schnelle und zielgerichtete Hilfestellungen geben zu können, schrieb der Ministerpräsident.
Das Hilfspaket müsse auf einer umfassenden Bestandsaufnahme fußen, weshalb entsprechende Konzepte bis zum 13. Mai eingehen sollten. "Insbesondere bitte ich darzustellen, welche Bereiche in welcher Art und welchen zeitlichen Dimensionen betroffen sind", schrieb Kretschmann weiter. Die Eckpunkte für ein gemeinsames Hilfsprogramm sollen in der Sitzung der Haushaltskommission am 19. Mai und damit "im Lichte der Ergebnisse der Steuerschätzung" beschlossen werden.

Simone Lohner

Ifo-Umfrage: Krise auf dem Arbeitsmarkt

08:29
11.05.2020
Ausgerechnet die beiden Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit könnten von der Corona-Krise am härtesten getroffen werden. In Baden-Württemberg und Bayern hat laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Ifo-Instituts bereits rund ein Fünftel der Unternehmen beschlossen, Jobs abzubauen. "Von nun an schlägt die Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt durch", sagt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.
22 Prozent der befragten Betriebe in Baden-Württemberg und 20 Prozent in Bayern gaben an, einen Beschäftigungsabbau bereits beschlossen zu haben. Dahinter folgten die Region "Nordwest-Deutschland" aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 Prozent. Hessen kommt auf 16 Prozent.
Auch je nach Branche unterscheiden sich die Antworten der Betriebe. So ist bei den Herstellern pharmazeutischer Erzeugnisse Beschäftigungsabbau kein Thema, am Bau nur bei drei Prozent und in der chemischen Industrie bei fünf Prozent der Befragten. In der Gastronomie dagegen steht bei 58 Prozent der befragten Betriebe Beschäftigungsabbau auf der Tagesordnung. Auch bei Leiharbeitsfirmen sind es mit 57 Prozent mehr als die Hälfte, im Bereich Beherbergung 50 und in der Herstellung von Lederwaren und Schuhen 48 Prozent. Ebenfalls hart getroffen ist die Reisebranche mit 43 Prozent sowie die Autoindustrie mit 39 Prozent.

Simone Lohner