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Boris Palmer erhält Drohungen wegen Corona-Aussagen

10:35
07.05.2020
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat nach seinen umstrittenen Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten nach eigenen Angaben Morddrohungen bekommen. Palmer sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, dass sich die Drohungen auch gegen seine Familie richteten. Er reiche die Briefe und Mails an Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Ein Sprecher der Tübinger Staatsanwaltschaft bestätigte, dass ein Teil bereits eingegangen sei - weitere habe Palmer angekündigt. Den Urhebern der Mails und Briefe drohen nach dem Strafgesetzbuch Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu einem Jahr. Zuerst hatte darüber das "Schwäbische Tagblatt" (Donnerstag) berichtet.
Palmer hatte zum Umgang mit hochbetagten Corona-Kranken gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären." Viele Grünen-Mitglieder machten sich daraufhin für einen Parteiausschluss stark. Am Montag entzog ihm die Grünen-Parteispitze jegliche Unterstützung. Palmer rechtfertigte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht seien. An diesem Freitag berät der Grünen-Landesvorstand über mögliche Ordnungsmaßnahmen gegen Palmer. Ein Parteiausschlussverfahren gilt aber als unwahrscheinlich.

Simone Lohner

Weniger Aufträge im Maschinenbau

10:33
07.05.2020
Die heftigsten Einschläge der Coronavirus-Krise stehen dem Maschinenbau in Baden-Württemberg nach eigener Einschätzung noch bevor. "Wir erleben die Ruhe vor dem Sturm", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Dietrich Birk, am Donnerstag in Stuttgart mit Blick auf die Zahlen des ersten Quartals. Der Auftragseingang von Januar bis Ende März blieb um vier Prozent unter dem Niveau des Vorjahres und damit blass, wie Birk betonte. Dabei spiegelten sich die Auswirkungen der Krise darin noch gar nicht richtig wider.
"Der März kommt zwar ohne Kraft daher, lässt allerdings die Ausläufer der Corona-Krise noch nicht umfassend erkennen", sagte er. "Einzig der Bestelleingang aus den Euro-Ländern, im Vormonat noch klar im positiven Bereich, gibt uns mit einem Rückgang von 15 Prozent eine Ahnung davon, was kommen wird." Im ersten Quartal insgesamt hielten sich die Rückgänge im In- und Ausland die Waage. Im März allein hingegen fiel die Bilanz im Ausland deutlich schlechter aus als im Inland, wo es sogar ein leichtes Plus bei den Aufträgen gab.

Simone Lohner