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Mehr Kindesmisshandlungen in Corona-Zeiten

11:47
05.05.2020
Schläge, Tritte, Würgen - die Heidelberger Gewaltambulanz verzeichnet während der Corona-Krise deutlich mehr Kindesmisshandlungen. "Wir gehen von einer vorübergehenden Verdreifachung der Fälle aus", sagte die Leiterin Kathrin Yen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, ohne absolute Zahlen zu nennen. Sie fügte hinzu: "Aus rechtsmedizinischer Sicht ist eine baldige Öffnung der Kitas wünschenswert." An diesem Mittwoch beschäftigt sich die Bund-Länder-Runde mit Lockerungen für Kitas, die derzeit nur Notbetreuung anbieten.

Yen betonte, es sei sinnvoll, wenn die Kinder sich wieder in einem größeren Umfeld bewegten, in dem Erzieherinnen, Lehrkräfte, Verwandte oder Nachbarn Verletzungen wahrnehmen könnten. Auch die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt vor allem gegen Frauen habe sich in der Corona-Krise deutlich erhöht.

Die Heidelberger Ambulanz ist die einzige ihrer Art im Südwesten: Opfer von Gewalt können sich unmittelbar nach der Tat an die rund um die Uhr besetzte Ambulanz wenden, um ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen. Die rasche Sicherung der Spuren - etwa Sperma - ist wichtig, weil sie 24 Stunden später kaum noch nachgewiesen werden können. Nach der Untersuchung können die Menschen überlegen, ob sie zur Polizei gehen und Anzeige erstatten wollen. Im Jahr 2019 kümmerten sich die Heidelberger Experten um 520 Opfer von Gewalt.

Simone Lohner

Grüne Jugend gegen Auto-Kaufprämien

11:13
05.05.2020
Die Grüne Jugend Baden-Württemberg hat sich anlässlich des Autogipfels von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Vertretern der Autobranche am Dienstag gegen Prämien für die Branche ausgesprochen. Die Prämien-Diskussion war wegen der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Autobranche laut geworden. Die grünen Jungpolitiker kritisierten die Haltung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der sich für solche Prämien ausgesprochen hatte. "Wir erwarten von unserem grünen Ministerpräsidenten, dass er einer Kaufprämie für klimaverpestende Verbrennungsmotoren eine klare Absage erteilt", erklärten die Sprecher der Jugendorganisation der Partei, Lea Elsemüller und Deniz Gedik, am Dienstag in Stuttgart.

Dass Kretschmann stattdessen sogar vorpresche und "die staatliche Förderung dieser Technologie von vorgestern fordert", sei verantwortungslos, hieß es weiter. "Wir sollten nicht vergessen, dass sich die Automobilindustrie bereits vor Beginn der Corona-Pandemie in einer tiefen Krise befand, in die sie sich durch mangelnde Transformationsbereitschaft selbst hineinmanövriert hat."

Eine Kaufprämie sei weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll
und zögere den Zusammenbruch des Industriezweigs allenfalls hinaus. Die Grüne Jugend fordert, die Mobilität insgesamt zu reformieren. Das bedeute eine Abkehr vom Dogma des motorisierten Individualverkehrs hin zum öffentlichen Nahverkehr und der Förderung von Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur, also "weniger Autos, nicht mehr".

Simone Lohner