Die Gymnasiallehrer im Südwesten sehen eine grundsätzliche Versetzung von Schülern in das nächste Schuljahr kritisch. «Wenn alle Schüler versetzt werden, kommt das dicke Ende eben im nächsten Jahr», sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. Keinem Schüler dürften wegen der aktuellen Situation Nachteile entstehen. «Aber von vornherein zu sagen, dass kein Schüler sitzenbleiben dürfe, finde ich nicht angemessen. Jedenfalls nicht im Gymnasium.»
Das Kultusministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass alle Schüler grundsätzlich in das nächste Schuljahr versetzt werden sollen.
Der Landeselternbeirat begrüßte die Entscheidung. «Schülerinnen und Schüler sollen durch die aktuelle Situation keine Nachteile haben», sagte Verbandschef Carsten Rees. Es sei nicht zu verantworten, Schüler ohne solide Leistungsbewertung sitzenzulassen. «Man kann sich doch nicht ehrlich hinstellen und Bewertungen abgeben wollen über Unterricht, der nicht stattgefunden hat.»