Eigentlich ist die
Stuttgarter Wilhelma immer geöffnet: jeden Tag im Jahr. Umso eindrücklicher ist jetzt der seit Wochen fast
menschenleere Ausnahmezustand in der Traditionseinrichtung, durch die sonst über anderthalb Millionen Gäste im Jahr spazieren.
Die
Infektionsschutz-Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen die
vorsorgliche Schließung für die Öffentlichkeit notwendig.
Doch hinter den Kulissen geht der
tägliche Betrieb im botanisch-zoologischen Garten weiter.
Bisher ist die Wilhelma noch
coronafrei. Doch sollte ein Infektionsfall auftreten, müsste dadurch nicht gleich eine gesamte Abteilung zeitgleich in Quarantäne. Das Prinzip gilt für alle Bereiche des Betriebs. „Damit haben wir immer eine
gesunde Ersatzmannschaft in Reserve“, erklärt der Direktor.
Beim Fachbereich Botanik stand etwa die
Herkulesaufgabe an, das große Wasserbecken im Maurischen Garten
von Algen zu befreien, damit danach die tropischen Seerosen einziehen können. Solange noch kein Blatt an der Wasseroberfläche die Sonne abhält, wächst und gedeiht der grüne Teppich in dem 650 Quadratmeter großen Bassins ungebremst. Für die aufwendige Säuberungsaktion zwischen den
71 Pflanztrögen und den verzweigten Rohrleitungen nahmen sich die Gärtnerinnen und Gärtner drei Tage Zeit, um das Becken von den unendlichen Girlanden aus Algen zu reinigen.
Die
Technikabteilung treibt in der Zwischenzeit einige Arbeiten voran, die im Besucherbetrieb hinderlich wären. Dazu gehört zum Beispiel die Belagserneuerung der Wege im Maurischen Garten oder an der Terracotta-Wand vor dem Haupteingang.
Patrick Kuolt