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Kritik an Inzidenz als alleinigem Wert für Lockerungen

05:45
19.05.2021

Mit der Zunahme der Corona-Impfungen gibt es vermehrt Kritik an der Sieben-Tage-Inzidenz als ausschlaggebendes Maß für Einschränkungen oder Lockerungen. Der Epidemiologe Dietrich Rothenbacher von der Universität Ulm bezeichnete die Sieben-Tage-Inzidenz als „sehr grobe Ausrichtung“, in der die Besonderheiten der Pandemie und auch die besondere Bedrohungslage nicht optimal abgebildet würden.

Je höher der Anteil der Geimpften in einer Bevölkerungsgruppe, desto geringer sei die Gefahr für schwere Verläufe und Sterbefälle und die weitere Verbreitung des Virus, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Dies spiegele sich aber in einer Gesamtinzidenz nicht wieder, sondern nur in altersspezifischen Inzidenzen.

Der Epidemiologe spricht sich deshalb dafür aus, mehrere weitere Kennzahlen einzubeziehen: So solle etwa die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche regional und nach Altersgruppen aufgeschlüsselt werden. Auch der Anteil der positiven Tests an allen Testungen in den unterschiedlichen Altersgruppen sollte aus Sicht Rothenbachers in die Bewertung der Bedrohungslage einfließen. Ebenso die Zahl der Covid-Intensivpatienten aufgeschlüsselt nach Alter. Mehr zum Thema...

Jakob de Santis