Im Landkreis Esslingen wird der Fokus nun verstärkt auf die Impfung von Menschen über 80 Jahren gerichtet, auch mit Aktionen vor Ort. Dazu wurde gemeinsam mit den Maltesern als Betreiber der Kreisimpfzentren ein Konzept erarbeitet.
„Nachdem das Sozialministerium uns beim Impfen freie Hand lässt, gehen wir als Landkreis nun gemeinsam mit unseren Kommunen voran“, sagt Landrat Heinz Eininger. Geimpft werden vorrangig Menschen über 80 Jahre, die im Landkreis Esslingen leben und bisher keinen Impftermin bekommen haben oder denen der Weg in ein Kreisimpfzentrum zu beschwerlich ist – insgesamt leben rund 36.000 Menschen in dieser Altersgruppe im Landkreis.
Städten und Gemeinden im Kreis wird jetzt die Möglichkeit gegeben, Vor-Ort-Impfaktionen ihren Bürgerinnen und Bürgern im Alter von über 80 Jahren anzubieten und dabei auf die den beiden Kreisimpfzentren angeschlossenen vier Mobilen Impfteams (MIT) zurückzugreifen. Ebenso besteht für nahe an den Kreisimpfzentren liegende Städte und Gemeinden die Möglichkeit, gesonderte Terminkontingente in einem der beiden Kreisimpfzentren an der Messe Stuttgart oder in der Zeppelinstraße in Esslingen zu vereinbaren.
Dazu hat das Landratsamt den Kommunen eine Abfrage zukommen lassen. Von 14 der insgesamt 44 Kommunen im Kreis gab es inzwischen eine Rückmeldung. Die Planungen laufen und vor Ostern können erste Vor-Ort-Impfaktionen stattfinden. Kriterien für die Planung sind zum Beispiel die Entfernung und die Verkehrsanbindung der Kommunen zum nächst gelegenen Impfzentrum oder auch die Größe einer Kommune. „Hier – wie auch im Allgemeinen – wird der zur Verfügung stehende Imfpstoff immer noch zum limitierenden Faktor.“
Vom Land Baden-Württemberg sind für den Landkreis Esslingen nun zusätzlich 1.170 Impfdosen angekündigt worden. Damit sollen diejenigen Menschen geimpft werden, die über die zentrale Impfterminvergabe des Landes auf einer Warteliste gelandet sind. Im Landkreis Esslingen stehen derzeit fast 3.600 Menschen auf dieser Warteliste. Die ersten rund 1000 Interessierten davon erhalten bereits in der kommenden Woche schriftlich einen Impftermin mitgeteilt. Von Freitag, 12. März an, wird dann geimpft. Wer einen Termin nicht wahrnehmen kann, bleibt weiterhin auf der Warteliste.
Eine weitere Säule in diesem Konzept fußt auf der Einbeziehung der Arztpraxen. In Kirchheim wird im Zuge eines Pilotprojekts des Landes in einer Praxis von kommender Woche an geimpft. Es ist vorgesehen, dass ab April auch Hausarztpraxen Impfungen anbieten können.