Letztes Update:
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Erster Landkreis fordert Amtshilfe der Bundeswehr an

12:55
19.03.2020
Stuttgart  - Wegen der Coronakrise hat der erste Landkreis in Baden-Württemberg Amtshilfe bei der Bundeswehr angefragt. Das teilte das Landeskommando Baden-Württemberg der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit.

Dabei wurden Sanitätsgerätschaften und Personal bei der Truppe angefordert - konkret eine niedrige zweistellige Zahl an Ärzten, Pflegern und Sanitätssoldaten sowie zehn Beatmungsgeräte. Der Amtshilfeantrag sei an das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin weitergeleitet worden, das darüber entscheide. Materialbeschaffung dieser Art laufe aber auch abgestimmt mit dem Bundesgesundheitsministerium zentral über das Beschaffungsamt der Bundeswehr.

Für den Katastrophenschutz und die Gesundheitsversorgung sind in Deutschland zunächst die Landkreise und die kreisfreien Städte verantwortlich. Bei Überforderung können sie um Amtshilfe bitten und sich dabei auch an die Bundeswehr wenden. Jedoch muss zunächst geprüft werden, ob andere zivile und nichtmilitärische Stellen unterstützen können. «Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe», heißt es in Artikel 35 des Grundgesetzes.

Im Inland war die Bundeswehr bisher unter anderem bei den Hochwasserkatastrophen an Oder und Elbe aktiv. Damals bauten Tausende Soldaten Dämme und unterstützten bei Evakuierungen. Die Truppe war auch im Amtshilfe-Einsatz, als Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Sie packte mit an bei der Unterbringung, beim Transport und der Registrierung von Migranten. Zudem nimmt die Bundeswehr regelmäßig an Katastrophenschutzübungen von Polizei, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Feuerwehr teil.

(dpa/lsw)

Behindertenwerkstätten und Tagespflege machen dicht

12:46
19.03.2020
Stuttgart - Wegen der Corona-Krise sind auch fast 400 Werkstätten für Menschen mit Behinderung geschlossen worden. Betroffen sind etwa 37.500 Männer und Frauen, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Grund für die Maßnahme sei die Infektionsgefahr in den Werkstätten und bei gemeinsamen Fahrten zu den Einrichtungen. Hinzu komme, dass dort überdurchschnittlich häufig Menschen mit Vorerkrankungen beschäftigt seien. Nur Einrichtungen werden ausgenommen, bei denen Wohnheim und Werkstatt eng verzahnt sind.

Auch die Tages- und Nachtpflege in Pflegeheimen stellte ihren Betrieb ein. Im Land gab es nach Zahlen von 2017 fast 7400 Tages- und 50 Nachtpflegeplätze. 

(dpa/lsw)

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