Letztes Update:
20200331112624

Jede dritte Tafel musste bereits schließen

04:53
18.03.2020
Mehr als jede dritte Tafel in Baden-Württemberg hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus bereits den Betrieb eingestellt. Die Folgen für die Bedürftigen seien gravierend, sagte Udo Engelhardt, der Sprecher der Tafeln Baden-Württemberg: «Die Leute sind doppelt gekniffen und belastet. Einerseits müssen sie sich einschränken und sind besorgt wegen der Infektionen. Andererseits müssen sie nun schauen, wie sie ohne die Gaben der Tafeln durch die Tage kommen.»

Bislang hätten mindestens 55 der rund 150 Tafeln vor der Krise kapituliert und geschlossen. Nicht nur hätten die meist älteren ehrenamtlichen Mitarbeiter und viele Kunden Angst vor Ansteckungen, es stocke auch die Versorgung mit Lebensmitteln der Anbieter wegen des veränderten Konsumverhaltens der Bevölkerung während der Corona-Krise.

Laut Verband versorgten bis zum Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1000 freiwillige Helferinnen und Helfer bis zu 150 000 bedürftige Menschen mit Lebensmittelspenden. Zu den Tafelnutzern zählen Arbeitslose, Geringverdiener und Rentner, Alleinerziehende und Migranten. Ein überaus großer Teil der ehrenamtlichen Helfer ist im Rentenalter und gehört somit zur Risikogruppe für Viruserkrankungen.

(dpa/lsw)

Sebastian Gollnow

Tübinger Pharmaunternehmen macht Hoffnung auf Corona-Impfstoff im Herbst

04:40
18.03.2020
Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac kann nach Einschätzung seines Miteigentümers Dietmar Hopp möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern. «Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen», sagte der SAP-Gründer und Mäzen des Fußball-Bundesligisten Hoffenheim der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). Weil der Druck enorm hoch sei, sollte es mit der Genehmigung durch die Behörden schneller gehen als in anderen Fällen. «Wir wären also in der Lage, den Impfstoff im Herbst zu liefern», sagte Hopp.

Am Wochenende hatte es Berichte gegeben, wonach die USA exklusiv die Rechte an einem Impfstoff gegen das Coronavirus von CureVac erwerben wollten. Die Firmenspitze hatte aber gesagt, ein Exklusivvertrag etwa mit den USA für einen Corona-Impfstoff komme für CureVac nicht infrage. Seit Januar forscht das Pharmaunternehmen an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Die EU will die Firma bei der Entwicklung mit bis zu 80 Millionen Euro unterstützen.

Hopp fügte in dem Interview hinzu, ein Impfstoff könne vorbeugend die Gesunden schützen. «Wenn zum Beispiel die Corona-Pandemie im nächsten Winter wieder verstärkt auftreten sollte, was einige Experten befürchten.» Kranke könnten damit natürlich nicht geheilt werden. Seine vor rund 14 Jahren getätigten Investitionen in die Firma begründete Hopp damit, er sei davon fasziniert, dass der Mensch seine Krankheiten mit körpereigenen Mitteln bekämpfen könne, ohne Chemie. Das Coronavirus sei dabei ein sehr aktuelles Thema. «Die CureVac-Forscher beschäftigen sich allerdings auch schon lange damit, haben mit Erfolg einen Impfstoff gegen Tollwut entwickelt und diese Erfahrung sollte nützlich sein für die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.»

Der 79-Jährige wäre glücklich, wenn die gegen ihn gerichteten Hasstiraden in den Bundesliga-Stadien aufhören würden. Auf die Frage, ob der Kampf mit CuraVac gegen das Coronavirus die teils kriminellen Angriffe auf ihn stoppen könnte, sagte er: «Das ist in keinster Weise meine Motivation. Aber es wäre natürlich ein sehr schöner Nebeneffekt. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr mich diese Angriffe belasten.»

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(dpa)

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