Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus wird im Land trotz der drastischen Gegenmaßnahmen nach Einschätzung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zunächst weiter steigen. Die Wirkung der Maßnahmen werde sich nicht sofort in den Fallzahlen widerspiegeln, sagte Kretschmann am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Landesregierung in Stuttgart, die angesichts der Lage nur per Livestream stattfand. Er sprach von einer Verzögerung von 10 bis 14 Tagen. Die Fallzahlen würden zunächst weiter hochgehen, weil erst die erfasst würden, die sich bereits vor zwei Wochen angesteckt hätten.
Um weitere drastische Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus wie eine Ausgangssperre zu vermeiden, müssen sich nach Worten von Kretschmann alle Bürger an die bereits getroffenen Maßnahmen und Einschränkungen halten. «Nur wenn das nicht funktionieren würde, müssten wir schnell zu einer Ausgangssperre kommen», sagte Kretschmann. Davon gehe er aber derzeit nicht aus. Im Moment halte er eine Ausgangssperre für nicht erforderlich. Man wolle nicht eskalieren, sondern angemessen auf die Lage reagieren.
Es gehe jetzt darum, dass die Bürger sich an die Maßnahmen und Appelle hielten und sich nicht in die Eisdiele setzten. Er wisse aber, dass die Deutschen ein gesetzestreues Volk seien. Wenn die Maßnahmen nicht ausreichten, müsse man weitere ergreifen.