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Experte: Zahl der Corona-Klinikpatienten kann sich bald verdreifachen

10:21
17.03.2020
 Zurzeit liegen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) rund 500 Menschen mit einer Corona-Infektion in deutschen Kliniken. Nach Meinung von DKG-Präsident Gerald Gaß könnte es sein, dass sich diese Zahl in den nächsten Tagen etwa verdreifacht. «Experten rechnen damit, dass die Zahl der Infizierten in den nächsten Tagen deutlich steigt. Wenn wir Ende der Woche 20.000 bestätigte Infektionsfälle in Deutschland haben, müssen wir davon ausgehen, dass dann auch bis zu 1500 Infizierte in den Krankenhäusern behandelt werden müssen», sagte Gaß den Zeitungen der «Funke Mediengruppe». Die Kliniken wären damit nicht überfordert.

Die Zahl der Intensivbetten solle laut Gaß aufgestockt werden. «Es gibt derzeit 28 000 Intensivbetten in den deutschen Kliniken», sagte Gaß in dem Interview. «In zwei oder drei Monaten ist es möglich, die Zahl der Betten um bis zu 20 Prozent aufzustocken – dann würden wir rund 34.000 Betten haben.» Die Zahl der Beatmungsgeräte von derzeit 20.000 Stück müsse ebenfalls erhöht werden. Nur ein Teil der Patienten, die wegen des Coronavirus ins Krankenhaus kommen, brauchen eine Intensivbetreuung.

Mit Blick auf den Appell der Bundesregierung, planbare Operationen zu vertagen, rechnet Gaß mit massiven Einschränkungen für Patienten: «Wir werden in den Krankenhäusern bis zu 50 Prozent der sonst üblichen Leistungen zunächst zurückstellen müssen. Die Klinken haben bereits begonnen, Patienten mit planbaren Eingriffen abzubestellen.»

Auch Medizinstudenten könnten helfen, meint Gaß. «Medizinstudenten können keine Intensivpflegekraft ersetzen, aber sie können in jedem Fall mit anpacken. Das gleiche gilt auch für Pflegeschüler. Wir werden ihre Hilfe brauchen, sobald unsere Intensivkapazitäten ausgelastet sind.»

Bis Montag waren in Deutschland mehr als 6600 Corona-Infektionen bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt

(dpa)

Wirtschaftsminister rechnet mit mehrmonatiger Krise

10:42
17.03.2020
Wirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet wegen des Coronavirus mit einer länger anhaltenden Krise. «Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich den ganzen Monat April und den ganzen Monat Mai mit den Folgen zu tun haben», sagte der CDU-Politiker am Dienstag der RTL/ntv-Redaktion. Es werde in dieser Zeit noch eine «erhebliche Zahl von Neuinfektionen» geben. «Deshalb würde ich niemandem raten, darauf zu setzen, dass das in acht Tagen wieder vorbei ist.» Japan und Südkorea hätten bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen das Virus erzielt. «Das zeigt, man kann diese Krise in den Griff bekommen, aber das ist auch eine Geduldsfrage.»

Gelder, Kredite und Bürgschaften müssten jetzt schnell und praxisorientiert bereitgestellt werden. «Wir haben nicht Wochen, wir haben Tage, damit das alles steht», sagte Altmaier. «Ich hoffe und erwarte mir auch, dass alle ihren Beitrag leisten, dass wir so schnell wie möglich Geld auch überweisen können», sagte Altmaier.

Die Bundesregierung hatte ein umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, um Jobs und Firmen zu schützen. Dazu gehören Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, die Stundung von Steuern und Abgaben sowie unbegrenzte Kreditprogramme.

(dpa)

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