Deutschland hat in der Coronavirus-Pandemie möglicherweise eine
deutlich geringere Infektionsrate als andere europäische Länder. Das geht aus Schätzungen des
Imperial College in London hervor. Die Forscher gehen aufgrund statistischer Berechnungen davon aus, dass
in Deutschland am 28. März weniger als ein Prozent der Bevölkerung infiziert war. Von elf untersuchten Ländern ist die Bundesrepublik damit
nach Norwegen das bislang am wenigsten stark von dem Ausbruch betroffene Land. Die höchsten Durchseuchungsraten haben demnach Spanien (rund 15 Prozent) und Italien (rund 10 Prozent).
Die Wissenschaftler stützen sich in ihrer Analyse
nur auf die Zahl der gemeldeten Todesfälle. In der Bundesrepublik sind bislang vergleichsweise wenige Menschen gestorben. Für den Bericht wurden auch die Auswirkungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus berechnet. Insgesamt gehen die Forscher davon aus, dass in den
elf betrachteten europäischen Ländern bis zum 31. März rund
60.000 Todesfälle verhindert werden konnten. Davon
allein 38.000 in Italien.