Der Epidemie-Experte Gerard Krause warnt davor, mit
extremen Abwehrmaßnahmen der
Gesellschaft insgesamt zu schaden. "Man muss aufpassen, dass man
aus Ohnmacht vor dieser Situation nicht
überschießende Handlungen vornimmt, die möglicherweise
mehr Schaden anrichten können als die
Infektion selbst", sagt der Abteilungsleiter Epidemiologie am
Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung dem
ZDF.
"Wir wissen, dass zum Beispiel
Arbeitslosigkeit Krankheit und sogar erhöhte Sterblichkeit erzeugt. Sie kann Menschen auch in den Suizid treiben.
Einschränkung der Bewegungsfreiheit hat vermutlich auch
weitere negative Auswirkung auf die
Gesundheit der Bevölkerung", erklärt Krause. "Ich bin der Meinung, dass wir den
Schwerpunkt unserer Aufmerksamkeit auf den
Schutz der Risikogruppen richten sollten und dass wir versuchen sollten, möglichst schnell diese sehr
generalisierten Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen
zu lockern, so früh es geht. Wir sollten uns darauf einstellen, das frühzeitig und zugleich vorsichtig zu tun."